Schriftzug Wunderschön vor einem Strand und blauem Meer
Anne Willmes schaut von Bord eines Schiffes auf den Leuchtturm Arngast

Leuchtturm Arngast, Kurpark Dangast, Nethener See, Zwischenahner Meer, Ruderverein Fehndrachen im Aper Tief und Aal-und Fischräucherei Prahm

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Entlang des Jadebusens und im Ammerland gibt es viele schöne Orte zum Durchatmen und Seeluft schnuppern. Der Leuchtturm Arngast weist Schiffen den Weg entlang der Nordseeküste. Der Kurpark Dangast lädt zum Baden ein. Verschiedene Wassersportarten kann man am Nethener See und am Zwischenahner Meer betreiben. Dort lässt sich im Freilichtmuseum ein Stück Geschichte des Ammerlands entdecken. Im Aper Tief lockt eine faszinierende Landschaft zum Rudern und Paddeln. Aal- und Fischräuchereien bieten ihre frischen Produkte an.

Leuchtturm Arngast

Der Leuchtturm Arngast ist ein berühmtes Leuchtfeuer an der deutschen Nordseeküste. Er steht auf einer Sandbank im Jadebusen, mitten im Wattenmeer. Genau an der Stelle, so wird erzählt, wo einst die Insel Arngast einer Sturmflut zum Opfer fiel. Solche mächtigen Fluten haben seit dem Spätmittelalter den Jadebusen überhaupt erst entstehen lassen. Der 37 Meter hohe Leuchtturm weist seit 1910 Schiffen den Weg durch den Jadebusen und nach Wilhelmshaven.

Kurpark Dangast

Dangast wurde nach zwei großen Fluten im Mittelalter auf einer eiszeitlichen Anhöhe, einem Geestrücken, wieder aufgebaut. Deshalb benötigt das alte Seebad bis heute keine Deiche und besitzt einen Sandstrand mit freiem Blick aufs Meer. Schon Ende des 18. Jahrhunderts gab es hier Kurgäste. Später kamen berühmte Künstler, die sich von Licht und Landschaft inspirieren ließen, unter anderem die Expressionisten Schmidt-Rottluff und Heckel. Zu den berühmtesten Häusern gehört das Künstlerhaus in der Sielstraße. Hier lebte der Maler Franz Radziwill bis zu seinem Tod 1983. Es ist noch original erhalten – eine Seltenheit. Regelmäßig finden dort Ausstellungen statt.

Um 1800 hatte ein gewisser Graf Bentinck die Idee, in Dangast einen Kurpark nach englischem Vorbild direkt am Wattenmeer anzulegen. Über die Jahrzehnte wurde die Anlage immer größer. Ende des 19. Jahrhunderts gab es dann mehrere Logierhäuser und eine komplette "Seebadeanstalt". Die Bäume, wie sie der alte Graf in Hülle und Fülle anpflanzen ließ, gibt es immer noch. Und auch das künstlerische Leben blüht weiter. Bis heute ist das alte Kurhaus Treffpunkt nicht nur für Natur-, sondern auch für Kunstbegeisterte.

Kurpark Dangast mit vielen Bäumen oberhalb eines Sandstrandes

Der Kurpark Dangast mit vielen Bäumen liegt direkt am Sandstrand.

Nethener See

Der Nethener See verspricht Ammerländer Karibik. Sonne und Sandstrand lassen sich dort am besten im Beachclub genießen. Wer mehr Action will, kann sich auch auf dem 750 Meter langen Wakeboard-Parcours in verschiedenen Wassersportarten ausprobieren. Kanufahren, Stand-up-Paddling und Wasserski stehen auch auf dem Programm.

Viele Badegäste an einem Sandstrand

Karibik-Feeling am Nethener See - hier ist Wassersport in vielen Varianten möglich.

Zwischenahner Meer

Die Entstehung des Zwischenahner Meeres, sagt die Legende, ist dem Teufel zu verdanken. Um eine Kirche in Oldenburg zu zerstören, riss er hier einen Wald aus. Das entstandene Loch füllte sich mit Wasser. Letzteres passierte in gewisser Weise wirklich. Aus wissenschaftlicher Sicht entstand das Loch vor Tausenden von Jahren, als ein unterirdischer Salzstock einstürzte. Rund um das Zwischenahner Meer kann man schöne Radtouren unternehmen. Es gibt ein ausgeschildertes Radroutensystem mit vier E-Bike-Ladestationen. Die Strecke einmal um den See misst 12 Kilometer. Auf dem See selbst darf kein Motorboot mehr fahren, dafür haben dort Segelboote Platz gefunden. Es gibt Segelschulen und Segelbootvermietungen. Fischereivereine nutzen den See, um Aale zu fischen.

Wiese mit Bäumen an einem See

Abendstimmung am Zwischenahner Meer

Freilichtmuseum am Zwischenahner Meer

Das Freilichtmuseum am Zwischenahner Meer wurde bereits 1910 gegründet. Die Anlage zeigt die Haupt- und Nebengebäude eines typischen ammerländischen Hofes aus der Zeit um das Jahr 1700. Damals lebten die Menschen hier vom Torfabbau und der Landwirtschaft. Das Wort "Ammer" bedeutet in den alten Sprachen so viel wie "Sumpf".

Windmühle auf einer Wiese inmitten von Bäumen

Auch eine Windmühle gibt es im Freilichtmuseum am Zwischenahner Meer.

Segeln auf dem Zwischenahner Meer mit Shootingstar Clara Bonhagen

Der Zwischenahner Segelklub ist ein sehr aktiver Teil des deutschen Segelsports. Er veranstaltet jährlich mehr als 15 Ranglistenregatten mit 30 Bootsklassen und zählt 500 Mitglieder. Eines davon ist die jugendliche Clara Bonhagen. Die Ammerländerin ist ein Shootingstar und Ausnahmetalent. Auf dem Zwischenahner Meer trainiert sie mehrmals die Woche. Schon mit vier Jahren war Clara bereits auf dem Wasser und mit acht ist sie zum ersten Mal allein gesegelt. Erst kürzlich hat sie sich in der Klasse der unter 15-Jährigen die Teilnahme an der Weltmeisterschaft erkämpft. Ihr großes Vorbild: Der deutsche Extremsegler Boris Hermann, der bei den härtesten Regatten der Welt mitgemacht hat. Auch er kommt wie Clara vom Zwischenahner Segelklub.

Aper Tief

"Fehn" bedeutet Moor. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Region einen Aufschwung durch die Urbarmachung von Mooren. Torf diente damals als Brennstoff in der Industrie. Zur Entwässerung der Moore wurden Kanäle angelegt, auch um den Torf auf Booten transportieren zu können. Bei Augustfehn gibt es heute deswegen ein spektakuläres Naturschutzgebiet - das "Aper Tief". Es ist das einzige Süßwasserwatt im Nordwesten. Obwohl 40 Kilometer von der Nordsee entfernt, gibt es hier Ebbe und Flut. Eine beeindruckende Auenlandschaft, deren Wiesen bei Flut regelmäßig überschwemmt werden. Viele Vogelarten haben hier ihr Zuhause. Dieses ungewöhnliche Ambiente zieht die Wassersportler an, vor allem Kanufans. Der Paddel- und Ruderverein "Fehndrachen" nutzt hier ein Drachenboot.

Blick von oben auf eine Wiesen-Wasser-Landschaft mit einem kleinen Dorf

Das Moorgebiet "Aper Tief"

Lesetipps zum Ammerland

Günter G.A. Marklein
Ammerland: Ein Reiseführer
Isensee Verlag, akt. Aufl. 2021
ISBN 978-3730813362
Preis: 9,90 Euro

Günter G.A. Marklein
Parks und Gartenkultur im Ammerland. Bilder einer Kulturlandschaft
Isensee Verlag, 2016
ISBN ‎ 978-3730812457
Preis: 9,80 Euro

Ammerland mit Oldenburg – Freizeitkarte  1:60.000
Kommunalverlag Tacken, 2020
ISBN 978-3896416513
Preis: 7,95 Euro

Georg Sello
Der Jadebusen: Sein Gebiet, seine Entstehungsgeschichte und der Turm auf Wangeroog
‎Fachbuchverlag Dresden, 2019
ISBN 978-3961691005
Preis: 27,90 Euro
Das Buch ist ein Nachdruck der Originalauflage von 1903.