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Newsletter vom 11. Dezember 2025

Wesentliche Ergebnisse der Sitzung

1.     Rundfunkrat genehmigt WDR-Haushalt für 2026

Taschenrechner auf Tisch

Der Rundfunkrat hat den Haushaltsplan des WDR für das Jahr 2026 sowie die mittelfristige Finanzplanung bis zum Jahr 2029 verabschiedet. Die Erträge des Betriebshaushalts belaufen sich im kommenden Jahr auf rund 1,7 Milliarden Euro, die Aufwendungen liegen bei rund 1,64 Milliarden Euro. In diesem Rahmen sind auch Positionen enthalten, die rein kalkulatorischen Charakter haben und keine tatsächlichen Einnahmen oder Ausgaben darstellen – hierzu zählen beispielsweise Abschreibungen.

Der in der liquiditätsorientierten Finanzrechnung erwartete Fehlbetrag von 25,5 Millionen Euro kann durch eine Entnahme aus der Allgemeinen Ausgleichsrücklage (AAR) gedeckt werden. Die ARR ist ein Steuerungsinstrument, mit dem der WDR über die gesamte Beitragsperiode hinweg wirtschaften kann. Sie ist zu Beginn der Beitragsperiode gut dotiert und wird zum Ende hin schrittweise abgeschmolzen.

Die bisherige Finanzplanung basierte auf der Annahme einer Beitragserhöhung auf 18,94 Euro. Aktuellen, noch unbestätigten Medienberichten zufolge könnte die Beitragsempfehlung der KEF in ihrem nächsten Bericht jedoch geringer ausfallen und die Anpassung erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Sollte sich das bestätigen, stünden dem WDR deutlich weniger Mittel zur Verfügung als ursprünglich veranschlagt, was die finanzielle Planungssicherheit entsprechend einschränken würde.

Zusätzliche Belastungen drohen durch steigende Personalkosten im Rahmen der kommenden Tarifverhandlungen, sinkende Werbeerlöse und die allgemein angespannte wirtschaftliche Lage. Sollten sich diese Risiken allesamt bewahrheiten, droht dem WDR am Ende der Beitragsperiode ein Defizit, das weitere strukturelle Einsparungen unumgänglich machen würde. Die WDR-Intendantin Katrin Vernau betonte in der Sitzung jedoch, dass der Sender auf alle Szenarien vorbereitet sei.

„Ein zentraler Aspekt der diesjährigen Finanzplanungen ist die Mittelumschichtung. Der WDR muss immer mehr Mittel für digitale Angebote freisetzen, ohne die Qualität der linearen Programme zu vernachlässigen – ein schwieriger Balanceakt, der durch die finanzielle Unsicherheit nicht einfacher wird.“ Gisela Hinnemann, Vorsitzende des Haushalts- und Finanzausschusses

Der WDR investiert auch weiterhin gezielt in die Stärkung seiner digitalen Angebote. Der Rundfunkrat erwartet, dass Steuerungs- und Kontrollinstrumente für die Mittelverteilung dahingehend weiterentwickelt werden, dass die Zielerreichung auch für die Gremien nachvollziehbarer wird.

Darüber hinaus erwartet das Gremium, dass der WDR gemeinsam mit den anderen ARD-Anstalten, dem ZDF und dem Deutschlandradio enger zusammenarbeitet, um effizienter zu werden und Kosten zu sparen. Der seit dem 1. Dezember geltende Reformstaatsvertrag bietet dafür die gesetzliche Grundlage.

Eine Besonderheit in diesem Jahr ist der ebenfalls in dieser Sitzung beschlossene Nachtragshaushalt für das Jahr 2025, der aufgrund der vollständigen Integration von Phoenix in die Haushaltswerke des WDR erforderlich wurde. Rückwirkend zum 1. Januar 2025 weist der WDR alle Aufwendungen und Ausgaben der ARD für Phoenix vollständig in seinem Haushalt aus, einschließlich Betriebskosten und Investitionen in Sachanlagen. Die Integration erfolgt ergebnisneutral aus rein buchhalterischen Gründen. Zudem hat die Geschäftsleitung des Senders beschlossen, das für die Sanierung des Filmhauses vorgesehene Bankdarlehen nicht aufzunehmen. Dadurch werden dauerhaft Zinskosten eingespart, was den Haushalt nachhaltig entlastet.

2.     Gabriele Hammelrath an die Spitze des Programmausschusses gewählt

Gabriele Hammelrath

Gabriele Hammelrath

Gabriele Hammelrath tritt die Nachfolge von Petra Kammerevert als Vorsitzende des Programmausschusses an. Der Rundfunkrat wählte sie mit absoluter Mehrheit. Der Programmausschuss begleitet das Gesamtprogramm des WDR intensiv und kritisch. Im Fokus stehen die Beratung von Programmänderungen, strategischen Prozessen und Reformen. Grundlage der Arbeit sind die Berichte aus den Programmdirektionen, die in den nahezu monatlichen Sitzungen diskutiert werden. Dabei wird das Gremium nicht nur frühzeitig in Planungen eingebunden, sondern evaluiert im Anschluss auch die Wirkung der Angebote anhand von Publikumsanalysen. Die bisherige Vorsitzende, Petra Kammerevert, verstarb am 18. Oktober 2025. Mehr Infos zur Arbeit der Ausschüsse finden Sie hier.

3.     Rundfunkrat diskutiert über Monitor-Dokumentation und Hart aber fair Spezial

Der Rundfunkrat hat in zwei Fällen von Programmbeschwerden keinen Verstoß gegen die gesetzlichen Programmgrundsätze festgestellt.

Logo der Sendung Monitor

Die erste Programmbeschwerde richtet sich gegen die Monitor-Dokumentation „Volk in Angst: Wie mit Verbrechen Politik gemacht wird“ vom 24. April 2025. Die Sendung beleuchtet die Ergebnisse der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) zur inneren Sicherheit in Deutschland sowie das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Der Petent kritisiert, dass durch Formulierung im Beitrag der Eindruck erweckst worden sei, dass die Bundespolizei zu einem Interview am Dortmunder Hauptbahnhof nicht bereit gewesen sei. Außerdem wirft er dem Beitrag eine Verharmlosung von „Ausländerkriminalität durch selektive Darstellung“ vor. Das Gremium kam zu dem Schluss, dass die Redaktion die Sicht der Bundespolizei habe einbeziehen wollen. Ein Interview sei trotz Anfrage – und zunächst auch einer Zusage – jedoch schlussendlich ohne Angabe von Gründen seitens der Behörde nicht zustande gekommen. Eine schriftliche Stellungnahme erreichte den Sender erst rund eine Woche nach Fertigstellung des Films, sodass diese nicht mehr berücksichtigt werden konnte. Bei der inhaltlichen Einordnung der PKS seien verschiedene Einflussfaktoren berücksichtigt worden – unter anderem die Hell- und Dunkelfelder der PKS, das Anzeigeverhalten der Bevölkerung und die polizeiliche Kontrolldichte.

Die zweite Programmbeschwerde betrifft ein Interview mit der Ökonomin und Wirtschaftsweisen Prof. Dr. Ulrike Malmendier in der Sendung „Hart aber fair Spezial: Faules Deutschland?“ vom 30. Mai 2025.

Der Beschwerdeführer kritisiert, dass der Moderator Louis Klamroth die Arbeit des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck wiederholt auffällig positiv dargestellt habe. Zudem habe die Interviewpartnerin zum Zeitpunkt des Gesprächs bereits eine berufliche Verbindung zu Habeck gehabt, da beide gemeinsam eine Vorlesungsreihe an der Universität Berkeley durchführen sollen. Dies sei nicht transparent gemacht worden. Auch hier konnten die Rundfunkratsmitglieder der Argumentation des Beschwerdeführers nicht folgen. Ziel des Gesprächs sei es gewesen, die Sicht von Prof. Malmendier als Expertin zur aktuellen Wirtschaftspolitik darzustellen. Das Interview sei nicht konfrontativ angelegt gewesen. Die berufliche Verbindung zu Habeck war zum Zeitpunkt der Produktion nicht bekannt. Prof. Malmendier sprach an einer Stelle des Gesprächs positiv über Habeck, nachdem Klamroth sie um eine persönliche Bewertung gebeten hatte. Im Übrigen habe dies jedoch keine zentrale Rolle gespielt.

4.     ARD bündelt Datenschutzaufsicht – Rundfunkrat bestätigt Stephan Schwarze im Amt

Bildschirmabbildung mit Zahlenketten und dem Schriftzug Datenschutz

Der Rundfunkrat hat einer Neuordnung der Datenschutzaufsicht in der ARD entsprechend den Anforderungen des Reformstaatsvertrags zugestimmt. Er verabschiedete eine gemeinsame Satzung für die Datenschutzaufsicht und wählte den Juristen Stephan Schwarze zum gemeinsamen Rundfunkdatenschutzbeauftragten. Seine achtjährige Amtszeit beginnt am 1. Januar 2026.

Die Reform führt eine einheitlich koordinierte Aufsicht für alle Landesrundfunkanstalten ein. Bisherige Unterschiede in den Zuständigkeiten und Abläufen werden durch ARD-weit gültige Regeln ersetzt – von der Vertretung über den Sitz der Aufsichtsbehörde bis zur Wiederwahl. Dadurch werden Verfahren vergleichbarer, transparenter und Prüfungen beschleunigt. Für die ARD bedeutet dies einen zentralen Ansprechpartner, klare Zuständigkeiten und verbindliche Standards, die auch für digitale Angebote wie Mediatheken, Apps und Webseiten gelten. Stephan Schwarze, der bisher bereits Rundfunkdatenschutzbeauftragter des WDR und weiterer Sender war, übernimmt diese Funktion künftig für alle Anstalten unter einem gemeinsamen Regelwerk.

5.     Mehrere Programmverträge und zwei Kooperationen genehmigt

Das Gremium stimmte der Produktion und Finanzierung mehrerer Großprojekte zu, deren Kostenvolumen für den WDR jeweils die Marke von zwei Millionen Euro überschreitet – eine Grenze, ab der die formelle Zustimmung des Rundfunkrats zwingend erforderlich ist.

Ein zentraler Punkt war der Erwerb von medialen Verwertungsrechten an der FIFA WM 2026 im Rahmen einer Sublizensierung durch die Deutsche Telekom. Auch für das fiktionale Programm wurden wichtige Weichen gestellt: Der Rundfunkrat billigte den Produktionsvertrag für eine neue Ausgabe des Münster-Tatorts sowie die längerfristig angelegten Darstellerverträge für das beliebte Ermittler-Duo Jan Josef Liefers und Axel Prahl. Darüber hinaus ist die Fortsetzung etablierter Publikumsfavoriten gesichert: Genehmigt wurden die Fortführung der Talkreihe „Kölner Treff“ für das Jahr 2026 sowie die mittlerweile 13. Staffel des erfolgreichen ARD-Vorabend-Quiz „Gefragt – Gejagt“.

Erneut beraten wurde der Produktionsvertrag für den Fernsehfilm „Doitscha“. Der Beschluss war in der vorangegangenen Sitzung zunächst gescheitert, da es seitens des Rundfunkrats Unklarheiten zur geschlechtergerechten Vergütung einer Darstellerin gab. Nach Klärung dieser Fragen erteilte das Gremium nun seine Zustimmung.

Abschließend befasste sich der Rundfunkrat mit der Vernetzung des Senders in der Kultur- und Eventlandschaft. Da wesentliche Kooperationen des WDR der Zustimmung bedürfen, wurden zwei Partnerschaften geprüft und genehmigt: Der WDR wird künftig sowohl mit dem „San Hejmo Festival“ als auch mit dem renommierten Museum Ludwig in Köln kooperieren.

6.   Ausblick

Die nächste Sitzung des WDR-Rundfunkrats findet am 5. Februar 2026 statt. Das Gremium tagt im Wallraf-Richartz-Museum in Köln.