Boris Inanici (l.) und Christian Beisenherz

Der Mega-Sport-Sommer beim WDR

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Mit dem Sommer kommen die großen Sportevents. 2025 scheint besonders vollgepackt zu sein – und der WDR mittendrin. Grund genug, einmal bei Boris Inanici (PG Sport, Leitung Sonderevents und Großveranstaltungen) und Christian Beisenherz (Redaktionsleiter, Studio Dortmund) nachzufragen, wie der Sender die vielen Ereignisse managt.

Boris, ein kleines Rätsel für unsere Leserinnen und Leser: Es findet gerade ein Sportevent statt, bei dem 8.500 Athleten und Athletinnen teilnehmen. Es werden 18 Sportarten in sechs Städten ausgetragen. Insgesamt eines der größten Multisport-Events der Welt. Und das alles mitten in unserem Sendegebiet. Ich vermute, ein paar Lesende tappen dennoch im Dunkeln. Kannst du aufklären?

Boris Inanici: Alle, die mindestens so alt sind wie ich, haben da vielleicht schon eine Idee – weil sie die Universiade 1989 in Duisburg noch vor Augen und im Kopf haben. Die Universiade heißt jetzt etwas länger "World University Games Summer Rhine-Ruhr 2025" und findet 36 Jahre später wieder im Ruhrgebiet statt. Und da kommt man dieser Tage auch einfach nicht vorbei am Event, genauso wenig wie in unserem WDR- und ARD-Programm. Es sind die Spiele der Studierenden, "Unilympia" quasi. Kleiner als Olympische Spiele natürlich, aber trotzdem eine richtig große Nummer, die weltweit ihr Publikum findet, insbesondere in Ländern, in denen Uni-Sport einen ganz anderen Stellenwert als bei uns hat.

Man kommt wohl vor allem in den Austragungsorten nicht daran vorbei. Christian, Ihr seid nah dabei und verfolgt das Geschehen in den Städten wie Duisburg, Bochum, Essen und Mülheim. Wie geht ihr das Thema bei der Lokalzeit an?

Christian Beisenherz: Also zum einen haben wir schon vorab einige Athletinnen und Athleten aus der Region vorgestellt, die sich Hoffnungen auf Medaillen machen. Und jetzt, wo die Spiele laufen, tauchen wir mit Backstage-Geschichten mitten rein: So haben wir eine Freiwillige ("Volunteer") begleitet, die beim Wasserball in Duisburg hin und her flitzte und alles Mögliche organisieren musste. Wir haben Sportlerinnen beim Einzug in ihre Unterkunft begleitet. Oder wir sind mit der Security unterwegs. Da öffnen sich Türen, die sonst verschlossen bleiben und die Menschen sehen, was alles hinter den Kulissen so abgeht.

Es ist ein Großevent, das eben nicht nur an einem Ort stattfindet – und somit auch in den Bereich mehrerer Lokalzeit-Studios fällt. Koordiniert ihr euch oder findet da jeder seine eigenen Geschichten?

Christian Beisenherz: Da stehen wir im engen Austausch. Unsere Planerinnen und Planer des Ruhrgebiets schalten sich eh jeden Tag zusammen und besprechen, was an gemeinsamen Themen ansteht. Konkret bei den World University Games haben wir zum Beispiel die Reportagen als gemeinsame Regiostücke geplant, den Reporter von der Eröffnungsfeier live in alle Lokalzeit-Ausgaben unserer Region geschaltet, die nachrichtlichen Radioelemente tauschen wir miteinander aus und für Social Media nutzen wir die Geschichten sowieso landesweit gemeinsam. So ein Großevent überall in der Region ist das perfekte Beispiel für sinnvolle, enge Zusammenarbeit, denn die Arbeit z.B. der Volunteers sieht in Duisburg wenig anders aus als in Hagen.

Die "World University Games Summer Rhine-Ruhr 2025" finden im Ruhrgebiet statt.

Die FISU World University Games finden vom 16. bis zum 27. Juli 2025 statt.

Hendrik Wüst nannte NRW den "perfekten Gastgeber" und machte keinen Hehl daraus, dass es auch ein Probelauf für die Olympischen Spiele sein soll. Christian, wie nehmt ihr die Stimmung vor Ort wahr? Großes Fest oder auch Belastung für Nerven und Finanzen?

Christian Beisenherz: Es ist jetzt nicht so, dass die ganze Region nur noch dieses eine Thema kennen würde. Zumal ja auch Sommerferien sind. Ich denke, da merkt man schon, dass es eben nicht Olympia ist. Aber die, die dabei sind, die sich die Wettkämpfe angucken, die mit den Aktiven zu tun haben, die sie abends beim Feiern in der Region treffen, freuen sich darüber. Und so manche Sportstätte hat ja auch was davon, weil investiert worden ist. Zum Beispiel in die Tennisplätze des ETuF in Essen am Baldeneysee. Das ist nachhaltig, weil die Anlage auch nach den Spielen weiter genutzt wird.

Die World University Games sind diesen Sommer großer sportlicher Konkurrenz ausgesetzt. Tour de France, Frauen-EM, Finals … Boris, den ARD SportHub gibt es jetzt seit über einem halben Jahr. Das ist ein echter Stresstest für euch, oder?

Boris Inanici: Ja, ein durchaus knackiger, aber ein sehr schöner. Zu den drei SportHub-Events, die Du gerade genannt hast und die uns richtig auf Trab halten, kam letzte Woche noch die Reit-EM in La Coruna und jetzt eben die World University Games dazu. Es läuft fast alles parallel und eine richtig große ARD-Mannschaft steht gerade auf dem Sport-Campus, in den Regien, Schalträumen und im Sportschau-Studio unter Volldampf. Und in Köln-Bocklemünd – denn während der SR mit der Tour de France, der NDR mit der Frauenfußball-EM und der MDR mit den Finals mit ihren ARD-Teams als Federführer in unserer "Herberge" zu Gast sind, verantworten wir die World University Games und die Reit-EM als WDR selbst. Diese beiden Großveranstaltungen sind zwar keine SportHub-Events im eigentlichen Sinne, aber Remote-Produktionen und Federführungen, die wir als WDR auch für die ARD wahrnehmen. Sie sind mindestens genauso wichtig. Und ich kann sagen: bisher läuft alles wie am Schnürchen. Wir haben großartige Teams, die im Flow sind. Es macht richtig Spaß!