Lembke, Thoelke, Rosenthal & Co.: Die goldene TV-Ära

Robert Lembke, Wim Thoelke, Hans Rosenthal und Co. begeisterten mit ihren Sendungen ein Millionenpublikum – und schrieben deutsche Fernsehgeschichte. Am 13.05.1971 lief die erste Folge "Dalli Dalli" im ZDF.

Hans Rosenthal

"Sie sind der Meinung: Das war ... spitze!": Mit diesem Satz würdigte Hans Rosenthal besonders herausragende Leistungen in "Dalli Dalli" – und setzte zum Sprung an, bei dem kurzzeitig das Kamerabild eingefroren wurde.

"Sie sind der Meinung: Das war ... spitze!": Mit diesem Satz würdigte Hans Rosenthal besonders herausragende Leistungen in "Dalli Dalli" – und setzte zum Sprung an, bei dem kurzzeitig das Kamerabild eingefroren wurde.

Brigitte Xander, Monika Sundermann, Mady Riehl: Rosenthal konnte nicht ohne seine Assistentinnen. Die zählten für ihn Punkte, sortierten Doppelnennungen gnadenlos aus und rechneten die Gewinnsummen in Schilling um. In dieser Form lief "Dalli Dalli" von 1971 bis 1986.

"Welches Schweinderl hätten's denn gern?" Auch Robert Lembke hatte einen besonderen Spruch im Repertoire. Von 1955 bis 1989 moderierte er das heitere Beruferaten bei "Was bin ich?".

Neben Lembke gehörte auch ein festes Rateteam zu "Was bin ich?": Guido Baumann, Annette von Aretin, Hans Sachs und Marianne Koch wurden durch die Sendung fast so bekannt wie ihr Chef.

Wum und Wendelin, der strenge Schiedsrichter Eberhard Gläser, Wolfgang Gruner in seiner Rolle als Taxifahrer Flitze Flink: "Der große Preis" hat TV-Geschichte geschrieben. Doch die größte Attraktion war Moderator Wim Thoelke, der von 1974 und 1992 dank der Sendung zum Inbegriff von Seriösität und Bildung wurde.

Hans-Joachim Kulenkampff konnte nicht genug kriegen vom Quiz "Einer wird gewinnen". Daher überzog er die geplante Sendezeit regelmäßig um 30 Minuten oder mehr. Kulenkampff moderierte die Sendung, bei der Kandidaten aus ganz Europa gegeneinander antraten, mit zwei Unterbrechungen von 1964 bis 1987.

"Wünsch dir was!" lief von 1969 bis 1972 und setzte neue Maßstäbe im deutschen TV: Große Stars, riskante Spiele, interaktive Elemente. So bestimmten die Zuschauer den Sieger, indem sie die Toilettenspülung zogen oder alle Lampen in der Wohnung anschalteten. Moderiert wurde die Show von Dietmar Schönherr und seiner Frau Vivi Bach.

Auch Rudi Carrell gehörte in den 70ern und 80ern zu den Fernseh-Institutionen. Er hatte gleich mit mehreren Sendungen Erfolg, darunter "Am laufenden Band", "Rudis Tagesshow", "Die verflixte 7" und "Herzblatt".

"Höher, tiefer, rechts, links": Beim "Goldenen Schuss" mussten Fernsehzuschauer einen Armbrustschützen dirigieren, der die Augen verbunden hatte. Die Sendung, die erst von Lou van Burg und dann von Vico Torriani moderiert wurde, war eine der erfolgreichsten der 60er Jahre.

Auch Peter Frankenfeld gehörte über Jahrzehnte zum festen Inventar der deutschen Wohnzimmer. Ende der 50er war er sogar bekannter als Elvis. "Vergissmeinnicht", "Viel Vergnügen", "Bitte recht freundlich" und auch seine letzte Sendung "Musik ist Trumpf", die er bis kurz vor seinem Tod moderierte, waren allesamt Quotenhits.

"Zum dritten Mal dabei: Bitte nicht wiederwählen": Nicht nur dieser Spruch von Dieter Thomas Heck sorgte dafür, dass die ZDF-Hitparade ungemein populär wurde. Anfangs noch stark dem Schlager und Volkstümlichen verpflichtet, waren dort später auch NDW-Bands wie Nena, Trio oder Ideal zu sehen. Heck moderierte von 1969 bis 1984, danach übernahmen Viktor Worms und Uwe Hübner.

"Licht aus – Womm! Spot an – Jaaa!" Ilja Richer wurde mit der "Disco", die von 1971 bis 1982 lief, zum Teeniestar. In der Sendung traten nicht nur nationale und internationale Stars auf, Richter selbst gab auch immer wieder Sketche und Parodien zum Besten.

Ja, es gab für Frank Elstner ein Leben vor "Wetten dass...?" Schon in den 70ern war er mit Sendungen wie "Spiel ohne Grenzen", "Punkt, Punkt, Komma, Strich" oder den "Montagsmalern" gern gesehener Stammgast auf den deutschen Mattscheiben.

"Plopp, das heißt Stopp!" Mit dem Backenschnalzer, der die Spielrunde beendete, wurde Michael Schanze zum Star des Kinder- und Jugendfernsehens. Von 1977 bis 1985 hieß es bei ihm "1, 2 oder 3". Eines der Highlights der Sendung: das "Kamerakind", das im Studiopublikum ausgewählt wurde, und Teile der Sendung filmen durfte.

Stand: 13.05.2026, 00:00 Uhr