FC-Talent nicht für WM nominiert : "Ist er schon so weit?" - Warum Nagelsmann auf El Mala verzichtet
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Noch am Dienstag gab es Berichte über Said El Malas mögliche DFB-Nominierung. Seit Bekanntgabe des Kaders am Donnerstag ist aber klar: Said El Mala fährt nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft. Bundestrainer Julian Nagelsmann erklärte die Entscheidung gegen Kölns Shootingstar der Saison ausführlich - Fragen bleiben dennoch offen.
Die öffentliche Reaktion von Said El Mala fiel knapp aus. Mit drei Herzen kommentierte der Stürmer des 1. FC Köln einen Beitrag seines Vereins, in dem der Klub seinem Juwel auf Instagram Mut zusprach. "Deine Zeit im DFB-Trikot wird kommen", kommentierten die Kölner El Malas Nicht-Nominierung für den DFB-Kader. "18 Scorer-Punkte in deiner ersten Bundesliga-Saison sprechen für sich. Darauf kannst du sehr stolz sein und wir sind es auch."
7 Mal für Deutschlands U21 am Ball: Said El Mala
Die 18 Scorer-Punkte (13 Tore, 5 Vorlagen) sind auch das große Argument, weshalb Fußball-Deutschland sein Unverständnis über das Fehlen El Malas im WM-Kader äußert. Die Kommentarspalten - insbesondere natürlich beim FC-Anhang - sind voll mit Unmutsbekundungen über Nagelsmanns Entscheidung. Auch Experten wie Rekordnationalspieler Lothar Matthäus kritisierten El Malas Fehlen.
Nagelsmann erklärt El-Mala-Verzicht
Für Nagelsmann aber reichten El Malas starke Zahlen nicht aus. "Er hat eine tolle Rückrunde gespielt, gut gescort", sagte der Bundestrainer bei der Nominierungs-Pressekonferenz zwar - nannte aber auch direkt die Gründe, wieso er sich doch gegen den 19-jährigen Shootingstar entschied. "Er passt aber natürlich auch zu der Spielidee von Köln sehr gut. Die Frage war: Ist er schon so weit für unsere Spielidee in einer anderen Angriffshöhe? Wenn man die Heatmap in Köln sieht, ist die nah am eigenen Tor."
Wir müssen einfach prüfen: Ist er schon so weit, in unserer Spielidee, mit einer anderen Angriffshöhe? Julian Nagelsmann, Bundestrainer, über Said El Mala
Heißt konkret: Nagelsmann geht davon aus, dass Deutschland in der Regel mehr Spielanteile haben wird als der FC in der Bundesliga. Die Räume, die sich für El Mala in der Bundesliga bieten, wird er bei der Nationalmannschaft womöglich nicht so häufig bekommen. Ein valider Punkt, wenngleich natürlich auch gilt, dass auch die DFB-Elf in Situationen kommen kann, in denen die Mannschaft tiefer steht und Spieler gefragt sind, die bei Gegenstößen für Gefahr sorgen können - etwa bei eigener Führung.
Sané und Beier vor El Mala?
Darüber hinaus ist klar, dass El Mala mehr ist als ein reiner Konterstürmer. Mit seiner Unberechenbarkeit, Dynamik und Abschlussstärke hat der gebürtige Krefelder bewiesen, dass er auch gegen tiefstehende Gegner Lösungen finden kann. Das weiß auch Nagelsmann, dennoch zog er El Mala Flügelspieler wie den Leroy Sané oder Maximilian Beier vor - Entscheidungen, die jetzt kritisiert werden.
Natürlich haben beide - der Ex-Schalker Sané und der Dortmunder Beier - ebenfalls ihre Stärken, die Nagelsmann auch hervorhob. Bei Sané etwa die starke Ausbeute bei den zurückliegenden 4 Länderspielen (2 Tore und 3 Vorlagen), bei Beier den Fleiß und die "unfassbare Mentalität, in jeder Spielsekunde an die Grenzen" zu gehen.
Auch das sind verständliche Ausführungen, und doch wirkt es überraschend, ein Top-Talent wie El Mala, das den abstiegsbedrohten FC fast im Alleingang zum Klassenerhalt geschossen hat, nicht einzuplanen. Im März hatte Nagelsmann noch gefordert, dass der Stürmer mehr Spielzeit brauche, um für den DFB in Frage zu kommen. Zehn Bundesliga-Partien standen für den FC seither an, zehnmal stand El Mala in Kölns Startelf.
FC-Sportchef Kessler: "Wir finden es schade"
"Wenn man seine Entwicklung und seine Leistungen in dieser Saison betrachtet, hätte er es sich definitiv verdient", sagte deshalb auch FC-Geschäftsführer Thomas Kessler gegenüber dem Kicker. "Wir als FC-Familie und natürlich auch ich persönlich finden es sehr schade, dass Said nicht mit zur WM fährt". Einig waren sich Kessler und Nagelsmann zumindest bei der Einschätzung zur Zukunft El Malas. "Saids Zukunft wird kommen", sagte Nagelsmann, Kessler gab sich "überzeugt, dass er nach der WM ein ernsthafter Kandidat für den Kreis der Nationalmannschaft sein wird."
Was das Kölner Juwel denkt, das Medienberichten zufolge vor einem Sommertransfer in die Premier League steht, bleibt vorerst Spekulation. Auf Nachfrage, welches das schwerste Nicht-Nominierungs-Gespräch war, nannte Nagelsmann jedenfalls explizit El Malas Namen. "Immer kompliziert" sei so ein Gespräch, weil El Mala es sich verdient habe, dabei zu sein.
Schreitet seine Entwicklung so voran, wie die Debütsaison in der Bundesliga erwarten lässt, dürften auf El Mala bei zukünftigen Turnieren keine komplizierten Gespräche mehr warten. Seine Instagram-Herzen werden dann wohl auch in Richtung DFB verteilt.
Unsere Quellen:
- DFB-Pressekonferenz zur WM-Nominierung
Sendung: wdr.de, "Said El Mala nicht für WM-Kader nominiert", 22.05.2026, 14:46 Uhr