In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:- warum ein Mord am Starnberger See zu einem der spektakulärsten Indizienprozesse der Nachkriegszeit wird,
- wie Boulevardpresse und Rollenbilder der 1960er‑Jahre das Bild der Angeklagten prägen,
- weshalb Vera Brühne bis zu ihrem Tod ihre Unschuld beteuert,
- welche Agenten‑Gerüchte Jahre später sogar Franz Josef Strauß in Erklärungsnot bringen.
Ostern 1960: In einer Villa am Starnberger See findet die Polizei den Arzt Otto Praun und seine Haushälterin tot auf. Zunächst scheint alles klar. Doch die Entdeckung zweier Einschüsse im Schädel des Arztes ändert alles. Der Verdacht fällt auf Vera Brühne, eine bekannte Münchner Gesellschaftsdame, die im Testament bedacht wird.
Was folgt, ist ein Prozess ohne direkte Beweise, getragen von Indizien, Widersprüchen und medialer Vorverurteilung. Vera Brühne wird zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt - und 18 Jahre später begnadigt. War sie Täterin? Oder Opfer einer Zeit, in der eine geschiedene, selbstständige Frau nicht ins Bild passte?
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:- Petra Cichos (Journalistin und Autorin)
- Petra Cichos: Mordakte Vera Brühne. München 2017
- Michael Gramberg: Die großen Kriminalfälle. Lebenslänglich für Vera Brühne. ARD‑Dokumentation 2013
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Redaktion: Jakob Schiffer und Frank Zirpins