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Szene aus dem Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt"

03.07.1971: Filmpremiere "Nicht der Homosexuelle ist pervers..."

Schwule Männer werden lange nur geduldet, wenn sie unauffällig bleiben. Rosa von Praunheim hält sich 1971 nicht mehr daran - und richtet die Kamera auch auf die femininen Männer.


In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Scholten:

  • dass zwischen 1949 und 1969 doppelt so viele Männer wegen Homosexualität verurteilt werden wie noch während der Nazizeit,
  • warum Rosa von Praunheim das Wort "schwul" als selbstbewusste Eigenbezeichnung propagiert,
  • wie die ARD-Programmdirektoren zunächst die Ausstrahlung des Films verhindern,
  • weshalb er schließlich doch gesendet wird.

Anfang der 1970er-Jahre ist für die meisten homosexuellen Männer undenkbar, offen schwul zu leben. Sie geben sich nach außen bewusst "männlich", um ihre Sexualität zu verbergen. Als größter Feind gilt die "auffällige Tunte", die sofort als homosexuell erkannt wird.

1971 verschiebt Filmemacher Rosa von Praunheim die Perspektiven grundlegend. Seine zentrale Botschaft "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", packt er gleich in den Filmtitel. Der Film wird heftig diskutiert, auch in der Schwulen-Szene, für die sich "schwul" damals noch nach Beschimpfung anhört.

Praunheim hat damit sein Ziel erreicht: Sein Werk gilt als Initialzündung für eine neue, selbstbewusstere Schwulenbewegung.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

  • Rosa von Praunheim, Anke Vetter: Rosas Rache. Filme und Tagebücher seit 1960. Berlin 2009
  • Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. (Rosa von Praunheim Filmverlag, Berlin 2008)
  • Schwules Museum Berlin

Weiterführende Links:

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Gianna Scholten
Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

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