Vampir-Erfinder John William Polidori

07.09.1795: Geburtstag von John William Polidori

John Polidori stirbt mit nur 25 Jahren, vermutlich durch Gift - doch sein "Vampyr" markiert die Geburtsstunde des modernen Vampirs in der Literatur.

Der moderne Vampir: John Polidori und seine unsterbliche Idee

WDR Zeitzeichen 07.09.2025 14:45 Min. Verfügbar bis 08.09.2099 WDR 5


In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:
  • wie aus einem serbischen Bauern ein aristokratischer Verführer wird,
  • warum Lord Byron mit einem Vampir verwechselt wird,
  • und wieso John William Polidori als Pechvogel in die Literaturgeschichte eingeht.

Am 7. September 1795 wird John Polidori in London geboren. Früh promoviert er in Medizin, doch er liebt die Literatur. Als Leibarzt begleitet er Lord Byron im Jahr 1816 auf dessen Reise nach Genf.

Dort, im verregneten "Jahr ohne Sommer", fordern sich die Dichter gegenseitig heraus, Gespenstergeschichten zu schreiben. Mary Shelley erschafft "Frankenstein". Polidori erfindet den "Vampyr" Lord Ruthven – bleich, charismatisch, verführerisch und tödlich. Damit verwandelt er den bäuerlichen Wiedergänger des Balkan-Volksglaubens in einen eleganten Aristokraten, der fortan die Salons heimsucht.

Doch der Ruhm bleibt dem jungen Autor versagt. Seine Erzählung erscheint zunächst unter Byrons Namen. Polidori verzockt sich im Leben und stirbt mit nur 25 Jahren. Sein Geschöpf aber wird unsterblich – und lässt die Welt bis heute nicht los.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Dr. Hans Richard Brittnacher (Berlin, Experte für Phantastische Literatur)
  • John Polidori: Der Vampyr, Berlin 2019.
  • John Polidori: The Diary of Dr. John William Polidori, Withorn, 2020.
  • D. L. Macdonald: Poor Polidori – A critical Biography of the Author of the Vampyre, Toronto 1991.
  • Hans Richard Brittnacher: Ästhetik des Horrors, Frankfurt a.M. 1994.
  • Claude Lecouteux: Die Geschichte der Vampire – Metamorphose eines Mythos, Düsseldorf 2008.
  • Basil Cooper: Der Vampir in Legende, Kunst und Wirklichkeit, München 1974.

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Christiane Kopka
Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse
Technik: Theo Kramer

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