Jean-Paul Sartre am Rednerpult, Foto von 1960

ZeitZeichen 15.04.1980 - Todestag von Jean-Paul Sartre

Stand:

"Es gibt keine guten Väter, das ist die Regel... Kinder machen, ausgezeichnet, Kinder haben: welch ein Schicksal! Hätte mein Vater lange gelebt, er hätte mich erdrückt. Glücklicherweise starb er sehr früh." In seiner Autobiografie "Die Wörter" beschreibt Jean-Paul Sartre seine Kindheit radikal unromantisch.

Von Monika Buschey

Die Motivation für sein engagiertes Schreiben nimmt er aus der Überzeugung, dass Menschen zur Freiheit verurteilt seien. Freiheit bedeutet bei ihm uneingeschränkte Selbstverantwortung: Du bist, wozu du dich machst. Seine erste große philosophische Schrift, "Das Sein und das Nichts", während der deutschen Besatzung an einem Pariser Caféhaustisch geschrieben, wurde nach dem Krieg zum Kultbuch des Existentialismus und machte den Autor berühmt.

Während der Jahre um 1968, als es Ziel der Revolte war, die Autoritäten vom Sockel zu holen, galt die Stimme Sartres als richtungsweisend. Von keiner Seite ließ er sich vereinnahmen, er verachtete die Bourgeoisie und kritisierte die Linke.

Den Literatur- Nobelpreis, ihm 1964 zuerkannt, lehnte er ab.

Redaktion: Hildegard Schulte

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