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Neugier genügt mit Ralph Erdenberger
Gedächtsniskirche, Speyer

ZeitZeichen 19.04.1529 - Protest der evangelischen Reichsfürsten auf dem Reichstag zu Speyer

Stand:

Keine zehn Jahre war es her, dass Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel veröffentlicht und damit den Stein ins Rollen gebracht hatte, der zum Auslöser der Reformation wurde. Der katholische Kaiser Karl V. und sein Stellvertreter Ferdinand I. handelten in ihrem Bemühen, die neue Lehre im Keim zu ersticken, allerdings nicht gerade konsequent.

Von Maren Gottschalk

1521 erließen sie das Wormser Edikt, in dem sie Luther ächteten und seine Schriften verboten. Aber schon fünf Jahre später sah der Kaiser sich gezwungen, Toleranz zu zeigen, denn er brauchte die Unterstützung aller Reichsstände im Kampf gegen die Türken.

Auf dem Reichstag zu Speyer 1529 kam es erneut zu einer Kehrtwende: Ferdinand I. wollte das Rad zurückdrehen und das Wormser Edikt wieder durchsetzen. Daraufhin verließen die evangelischen Fürsten unter wütendem Protest den Versammlungssaal.

Gemeinsam mit Vertretern von 14 Reichsstädten verfassten sie eine Denkschrift, die mit den Worten beginnt: "So protestieren und bezeugen wir hiermit offen vor Gott...". Seitdem heißen die Anhänger der reformierten Kirche Protestanten.

Redaktion: Ronald Feisel

Fürsten protestieren auf Reichstag in Speyer (am 19.04.1529)

WDR Zeitzeichen 19.04.2019 13:31 Min. Verfügbar bis 16.04.2029 WDR 5


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