Ukraine-Treffen: Ein Schritt in Richtung Frieden?
Kein Eklat, ein Treffen von Selenskyj und Putin in Planung und die vage Zusage der USA, sich an Sicherheitsgarantien zu beteiligen. Mehr war bei dem gestrigen Treffen in Washington wohl nicht zu erreichen. Trotzdem ein kleiner Schritt in Richtung Frieden? Diskutieren Sie Ihre Eindrücke und Fragen mit dem Völkerrechtler Klemens Fischer im WDR 5 Tagesgespräch!
Viele greifbare Ergebnisse gab es bei dem Treffen in Washington nicht. Zunächst sprach Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Und das in deutlich freundlicher Atmosphäre als beim letzten Treffen der beiden im Weißen Haus im Februar, als es zu einem Eklat kam. Auch wenn Trump wenig konkrete Zusagen machte und den Aggressor Russland mit der angegriffenen Ukraine auf eine Stufe stellte, gilt das schon als Erfolg.
Das anschließende Treffen der beiden mit europäischen Regierungschefs und Vertretern von EU und NATO fand dann in schlichter Arbeitsatmosphäre statt. Ganz anders als der große rote Teppich, den Trump Russlands Machthaber Putin beim Treffen in Alaska ausrollte. Aber die Europäer zeigten Einigkeit und machten ihre Standpunkte klar: Erst eine Waffenruhe, dann Friedensverhandlungen, keine Verhandlungen über die Ukraine – ohne die Ukraine, und keine erzwungenen Gebietsabtretungen – und gemeinsame Sicherheitsgarantien.
Ob und was davon Donald Trump sich zu eigen macht, ist unklar. Immerhin hat er zugesagt, dass er die Europäer bei Sicherheitsgarantien für die Ukraine unterstützen wolle und dass er ein Zweiertreffen von Putin und Selenskyj vorbereitet, vielleicht schon in den kommenden zwei Wochen.
Bundeskanzler Merz zeigte sich nach dem Treffen erleichtert und – angesichts der Lage – mit den Ergebnissen zufrieden. Frankreichs Präsident Macron äußerte sich skeptischer. Er betont, dass ein Frieden am Ende vom Willen Putins abhängt.
Wie haben Sie die Treffen in Washington erlebt? Sehen Sie die Ergebnisse als Fortschritt? Können solche Gespräche ein Anfang sein, in Richtung eines Friedens? Was könnten die nächsten Schritte sein? Welche Fragen haben Sie zum Thema Friedensverhandlungen? Was sind Ihre Hoffnungen? Was Ihre Sorgen?
Rufen Sie uns während der Sendung an (WDR 5 Hotline 0800 5678 555).
Gast: Prof. Klemens Fischer, Völkerrechtler und Professor für Internationale Beziehungen und Geopolitik an der Uni Köln
Redaktion: Birgit Becker und Jessica Eisermann