Empörung bei den Zeitgenossen
Emily, die mittlere der Brontë-Schwestern, hat nur einen einzigen Roman hinterlassen. Der ist aber zugleich einer der berühmtesten der englischen Literatur: "Wuthering Heights" – "Sturmhöhe". Als der Roman im Jahr 1847 unter einem männlichen Pseudonym erschien, löste er einen Sturm der Entrüstung aus, denn er passte weder in die literarischen noch in die moralischen Konventionen der damaligen Zeit. Das Findelkind Heathcliff wächst auf einem abgelegenen Gut in Yorkshire auf, wendet sich nach einer tiefen Demütigung von seiner Heimat ab und kehrt Jahre später als reicher Mann zurück – getrieben von Rachegelüsten und einer alten, dämonischen Leidenschaft.
"Sturmhöhe" spielt in der unwirtlichen Moor- und Heidelandschaft Nordenglands, der Heimat der Geschwister Brontë, die sie kaum je verlassen haben. Emily Brontë erzählt diese dramatische Liebesgeschichte mit Elementen des Schauerromans aus zwei unterschiedlichen Perspektiven – eine damals sehr ungewöhnliche Technik. Den Nachruhm ihres Romans hat Emily Brontë nicht mehr erlebt: Sie starb ein Jahr nach dessen Erscheinen.
Für WDR 5 hat Regina Münch vom WDR-Stimmwerk "Sturmhöhe" eingelesen. Die Übersetzung unter dem Titel "Stürmische Höhen" stammt von dem Lyriker Alfred Wolfenstein.
Im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin und Autorin Mithu Sanyal, die ein sehr persönliches Buch über Emily Brontë veröffentlicht hat, beleuchtet Moderatorin Rebecca Link die Hintergründe dieses einzigartigen Werks.
Regie: Jörg Schlüter
Redaktion: Ruth Dickhoven, Simone Thielmann und Michael Reinartz