Lies mir was vor: "Gruselgeschichten"
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Edgar Allan Poes Gruselgeschichten zählen zu den Klassikern der Horror-Literatur: Ein Detektiv entlarvt eine raffinierte Täuschung, eine Schiffreise wird zur Geisterfahrt, ein Mensch erlebt seine größte Angst und ein Fehlsichtiger gerät in verschobene Welten.
Von
Edgar Allan Poe
Die Lesung steht ab dem 2. Oktober 2025 zum Download zur Verfügung in der ARD Audiothek.
Vier Erzählungen von Edgar Allan Poe
Edgar Allan Poe gilt als eine der schillerndsten Schriftsteller-Persönlichkeiten seiner Zeit. Der Amerikaner beeinflusste die moderne Literatur: Poe erfand Detektiv-Figuren wie Auguste Dupin und lieferte mit ihm die Vorlage zu Sherlock Holmes. Er dachte sich düstere Horror- und Gruselgeschichten aus, die oft zitiert und verfilmt wurden. In seinen Erzählungen verband er wissenschaftliche Präzision mit dunklen Traumbildern, wurde zum Wegbereiter von Science-Fiction und Symbolismus. Selbstbewusst experimentierte Poe mit Themen und Erzählformen, beeinflusste unter anderem Charles Baudelaire, Jules Verne, Herman Melville, Oscar Wilde oder Arno Schmidt. Dabei war Poe zeitlebens ein Außenseiter. Sein Leben verbrachte er größtenteils in Armut, und verfiel dem Alkohol. Mit nur 40 Jahren starb Edgar Allan Poe vor 175 Jahren in Baltimore.
Detlef Dickmann aus dem WDR-Stimmwerk liest die vier Erzählungen als Hörbücher von Edgar Allan Poe. Gastgeberin Rebecca Link lädt zu Lesung und Talk ein. Als Expertin im Studio ordnet Dina Netz Edgar Allan Poe und sein Werk ein.
Der entwendete Brief
Der Detektiv Auguste Dupin wird von der Polizei zu einem besonders kniffligen Fall gerufen: Ein Brief mit brisantem Inhalt wurde gestohlen und wird als Erpressungswaffe benutzt: Das Schriftstück könnte der Königin ihren Ruf kosten. Trotz intensiver Suche bleibt der Brief spurlos verschwunden. Dupin ist überzeugt, dass der Dieb den Brief nicht in einem Versteck verborgen hält, sondern offen und sichtbar aufbewahrt - so geschickt getarnt, dass jeder darüber hinwegsehen kann. Mit psychologischem Geschick und der Kunst der Deduktion findet Dupin den Brief genau dort, wo niemand ihn vermutet hätte.
Das Manuskript in der Flasche
Ein namenloser Erzähler bricht von Java aus zu einer Seereise auf, die durch einen furchtbaren Sturm zur Katastrophe wird. Nur er und ein alter Schwede überleben auf einem zerstörten Wrack, das mit ihnen in eine düstere, eisige Polarwelt treibt. Dort stoßen sie auf ein geisterhaftes Schiff mit gespenstischen Seeleuten, die scheinbar übernatürlich existieren. Der Erzähler schreibt seine Eindrücke und Erlebnisse in ein Manuskript, das in einer Flasche als Botschaft zurückbleibt. Das Schiff verschwindet in einem dunklen Strudel…
Lebendig begraben
Ein Mann leidet unter der überwältigenden Angst, lebendig begraben zu werden - eine Furcht, die ihn täglich begleitet. Er lässt sich sogar einen speziell konstruierten Sarg anfertigen, um sich gegen diesen Horror zu wappnen. Seine Gedankenwelt ist geprägt durch die Enge, die Dunkelheit, die qualvollen Sekunden der Panik und Verzweiflung. Der Schrecken und die Beklemmung des nahen Todesgefühls sind tief in ihm verankert. Ist dieser Albtraum am Ende jedoch nur das - ein Traum?
Die Brille
Napoleon Bonaparte Simpson ist ein junges Mitglied einer wohlhabenden Familie, der seine Fehlsichtigkeit aus Eitelkeit verleugnet und keine Brille trägt. Als er die bezaubernde Madame Lalande in der Oper trifft, verliebt er sich auf den ersten Blick. Doch ohne seine Brille erkennt er sie nur verschwommen und gerät in allerlei peinliche und verwirrende Situationen. Erst als er sich schließlich entscheidet, eine Brille zu tragen, wird ihm die wahre Natur der Menschen um ihn herum bewusst und er erkennt eine unheimliche Täuschung.