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Im Tecklenburger Land: Der Premium-Wanderweg "Canyon Blick"

Weißdorn- und Schwarzdornhecken säumen weite Teile dieses elf Kilometer langen Weges, der an keiner Stelle langweilig wird, weil sich Weitblicke mit Passagen durch Wälder stimmungsvoll abwechseln.

Zwei Wanderer von hinten, die einen Waldwanderweg gehen

Der Premiumwanderweg führt größtenteils über Naturpfade. 2014 ist der Weg "Canyon Blick" im Tecklenburger Land vom Deutschen Wanderinstitut erstmals zertifiziert worden.

Der Premiumwanderweg führt größtenteils über Naturpfade. 2014 ist der Weg "Canyon Blick" im Tecklenburger Land vom Deutschen Wanderinstitut erstmals zertifiziert worden.

Der Weg wird gesäumt von Schwarzdorn- und Weißdornhecken, die die Ackerflächen der Landwirte umfrieden. Das Laufen über diese federnden Wiesenwege zwischen Feld und Hecken ist wohltuend und verbindet uns mit Jahreszeit und Natur.
Die Beeren der Schwarzdornbüsche stehen kurz vor der Reife. Ein Tipp von Wanderführerin Angelika Lindner, die auch an Kräuterkunde interessiert ist: Die fast reifen Schlehen drei Tage ins Eisfach legen und dann zu Gelee verarbeiten. Der künstliche Frost entzieht den Vitamin-C-haltigen Beeren die Gerbsäure. 

Der Weg führt durch das kleine Örtchen Leeden mit seiner Stiftskirche. Bis zur Reformation befand sich im Ort ein Nonnenkloster. Dann wurde es in ein Stift umgewandelt, in dem junge adlige Frauen ein Zuhause fanden, die man nicht verheiraten konnte.

Hier schauen wir auf Gut Stapenhorst. Der Bauernhof war in früherer Zeit Versorgungshof der Heilanstalt Lengerich gewesen. Anfang der Neunzigerjahre wurde der Rinder- und Milchviehbetrieb vom LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) übernommen und bot Menschen mit Behinderung Arbeit und damit Möglichkeiten, in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Heute steht das Gut zum Verkauf.

Das ist das Lusthäuschen. Der Name ist etwas irreführend; hier stand bis 1910 eine Schutzhütte, in die sich der Leedener Pfarrer immer zurück gezogen hat, um inmitten der Natur seine Sonntagspredigten zu schreiben. Mit "Lust" ist hier das Lustwandeln in der Natur gemeint. Heute sind nur noch die Grundmauern erhalten.

Am Ende des Weges liegt der "Canyon". Bis 1977 wurde hier Kalkstein abgebaut. Auf der untersten Steinbruchsohle bildete sich nach Aufgabe des Steinbruchs ein See, dessen Wasser sich bei Sonnenschein türkis oder grün färbt. Diese besondere Färbung entsteht, weil die Kalkpartikel im Wasser das Sonnenlicht reflektieren. Der Blick in die Münsteraner Tiefebene könnte kaum weiter sein. Bei guter Sicht zeichnet sich sogar Münster selbst an der Horizontlinie ab.

Ein zweiter Aussichtspunkt weiter unten bietet diesen schönen Blick auf "die blaue Lagune", wie der See von Einheimischen genannt wird. Seit 1989 sind See und Uferflächen Naturschutzgebiet. Hier leben beispielsweise der Uhu und Eidechsen. Die Magerrasenflächen bieten Orchideen und sogar dem Enzian einen Lebensraum. Ziegen halten die Landschaft offen.

Stand: 11.09.2025, 14:30 Uhr