Seine Familie und seine Vorfahren könnten nicht skurriler daherkommen. Sein Großvater starb bei der Jagd, die Großmutter verschwand im Wald, sein Onkel glaubt an Geister, seine Mutter benutzt morgens das Rasiermesser des Vaters, um den Tag überhaupt überstehen zu können. Und der Vater? Dem ist das Kind unheimlich, weil er eher den Stallburschen in dem jungen Lajos als sich selbst erkennt.
Wir treffen auf Liebesbriefe schreibende Soldaten und die heimliche Geliebte in der Stadt. 50 Jahre Familiengeschichte mit allen Höhen und Tiefen breitet Nelio Biedermann vor uns aus und präsentiert ein Panorama aus Liebe, Leidenschaft, Glück und Unglück, Tragik und Komik.
Das Wichtigste direkt: "Lázár" hat einen Riesenrummel hervorgerufen und das mit Recht. Denn Nelio Biedermann kann nicht nur Bilder und Geschichten vor unserem inneren Auge entstehen lassen, als würden wir eine Netflix-Serie anschauen – er erschafft Figuren, die wir nicht vergessen werden und erzählt in einer Sprache, die modern ist, weil sie konservativ auf den Leser wirkt.
Nelio Biedermann hat mit seinen 22 Jahren ein großes, ein wichtiges Buch geschrieben, welches sich nicht verstecken muss hinter den berühmten Werken der letzten 100 Jahre. "Lázár" ist wie ein Sturm, der uns fortreißt, der uns durch die Geschichte wirbelt und am Ende sanft in unser Leben entlässt. Lesen!
"Lázár"
Autor: Nelio Biedermann
Verlag: Rowohlt Berlin
336 Seiten
24,00 €