"Der Junge aus dem Meer" von Garrett Carr
Irland in den 70ern: ein Baby am Strand, zwei ungleiche Brüder und ein Dorf voller Geschichten.
An der irischen Westküste wird ein Baby in einem durchgesägten Fass angespült. Der Fischer Ambrose und seine Frau Christine nehmen den kleinen Brendan auf und ziehen ihn wie ihren eigenen Sohn groß – neben ihrem leiblichen Kind Declan. Doch die beiden Jungen könnten unterschiedlicher nicht sein und besonders Declan erkennt Brendan nie als Bruder an.
Über etwa 20 Jahre hinweg begleiten wir diese Familie und das Dorf. Wir erleben, wie der Fischfang schwieriger wird, wie Ambrose schließlich auf dem Bau arbeiten muss – und wie sich das Leben in der Dorfgemeinschaft stetig verändert.
Ein psychologisch fein erzählter Familienroman mit viel Atmosphäre. Erzählt wird ruhig und mit Sogwirkung – perfekt für lange Lesetage am Meer.
Der Junge aus dem Meer
Autor: Garrett Carr
Verlag: Rowohlt
416 Seiten
25,00 €
"Der große Gatsby" von F. Scott Fitzgerald
Ein Jahrhundertroman über Reichtum, Liebe und Illusion – jetzt in edler Jubiläumsausgabe.
Wer Gatsby noch nie gelesen hat, sollte es jetzt nachholen – am besten mit dieser besonders schönen Jubiläumsausgabe: Sie enthält nicht nur den Roman, sondern auch ein Nachwort, Rezensionen, Briefe und eine Zeittafel.
Die Geschichte spielt in den 1920ern auf Long Island. Jay Gatsby ist ein unfassbar reicher und exzentrischer Mann, der eine Villa gegenüber des Hauses seiner Jugendliebe Daisy kauft – in der Hoffnung, sie zurückzugewinnen. Zwischen alten und neuen Reichen entspinnt sich ein Drama aus Sehnsucht, Gier und Selbsttäuschung.
Dieser Roman gilt als Meisterwerk der modernen amerikanischen Literatur.
Der große Gatsby
Autor: F. Scott Fitzgerald
Verlag: Manesse
352 Seiten
30,00 €
"Thomas Mann macht Ferien – ein Sommer am See" von Kerstin Holzer
Ein stiller Sommer am Tegernsee mit Thomas Mann und Familie, voller Literatur und leiser Konflikte.
Zum 150. Geburtstag von Thomas Mann: Kerstin Holzer schildert einen Sommerurlaub der Familie Mann am Tegernsee im Jahr 1918. Der Erste Weltkrieg ist fast vorbei, aber davon will man hier nichts wissen. Stattdessen: Baden, Bootfahren, Schreiben.
Thomas Mann arbeitet an seiner Novelle Herr und Hund, seine Frau Katia entdeckt, dass sie mit dem sechsten Kind schwanger ist. Nach außen scheint alles leicht, doch zwischen den Zeilen spürt man die Spannungen – in der Ehe, im Land, in der Literatur.
Ein liebevoll erzähltes, zartes Sommerbuch über das Leben eines Genies im Familienbetrieb mit viel Atmosphäre und historischem Feingefühl verfasst. Kerstin Holzer hat schon mal über die Manns geschrieben, über das unglücklichste der sechs Kinder, die Monika.
Dieser Roman ist wunderschön erzählt und genau als Urlaubsroman geeignet. Und am Ende fühlt der Dichter neue Kraft und sogar rettenden Humor. Gut, dass Katia alles regelt, denn - so heißt es im Buch: "Thomas Mann hat keine Ahnung von Pädagogik. Jede Art von Führung ist ihm fremd: er ist ein zutiefst antiautoritärer Künstler, kein Erzieher. Das gilt für den Hund, womöglich fürs Personal, auf jeden Fall auch für die eigenen Kinder".
Thomas Mann macht Ferien – ein Sommer am See
Autor: Kerstin Holzer
Verlag: KiWi
208 Seiten
22,00 €
"Der Schwindel" von David Finck
Ein Roman ideal für Strand und Hängematte: Liebeschaos, Roadtrip und ein bisschen Krimi.
Rasmus, ein Arbeiterkind aus dem Ruhrgebiet, hat genug von seinem fiesen Bruder. Er setzt sich aufs Moped und fährt Richtung Süden – das ist der Anfang einer komplett durchgeknallten Geschichte.
Kurz: Das Moped geht kaputt, per Anhalter trifft er ein Mädchen, verliebt sich, flieht vor deren Familie, wird von einem Mörder verfolgt, versteckt sich, fliegt wieder auf… Und mittendrin: Witz, Lakonie und jede Menge Situationskomik.
Ein unterhaltsames Buch für alle, die im Urlaub nicht zu schwer lesen, aber trotzdem gut unterhalten sein wollen. Und am Schluss heißt es: "Wenn man eine Klippe vor der Haustür hat, verschwinden Menschen. So ist das nun einmal."
Der Schwindel
Autor: David Finck
Verlag: Piper
288 Seiten
24,00 €
"Zur Krummen Brücke" von Markus Bundi
Und für alle, die zu Hause bleiben, kann ich nur hoffen, dass sie eine Stammkneipe haben. Wie wichtig die sein kann, davon erzählt dieses wunderbar poetische kleine Buch, in dem sich der Wirt der Kneipe "Zur krummen Brücke" Gedanken über sein Leben als Wirt, über die immer gleichen Gäste, die wechselnden Klosprüche und die immer gleichen Probleme und Gespräche macht.
Ein Wirt muss vor allem zuhören können. Das kann er und darum kommen auch alle immer wieder mit ihren Geschichten: Der Staat lässt uns im Stich, die Welt ist in keinem guten Zustand, nur in der Stammkneipe, da ist jeden Abend alles wie immer.
Was für ein Glück!
Zur Krummen Brücke
Autor: Markus Bundi
Verlag: Kröner/Klöpfer
120 Seiten
20,00 €