- Sendehinweis: Vesper | Heute, 17.04 - 19.00 Uhr | WDR3
Vesper I
In vollem Glanze - Sonnengesänge
Morgen ist Sommeranfang. Wir haben die kürzeste Nacht des Jahres und hier, in unseren Breitengraden, dauert ein Tag länger als 16 Stunden. Die Sonne erreicht ihren höchsten Stand über dem Horizont. Unser hellster Stern ist in fast allen Kulturen ein Symbol der schöpferischen Urkraft und zahllose Religionen verbinden Gott mit der Sonne. Auch das Christentum übernahm diese Symbolkraft der Sonne. Sie wurde zur Metapher der Unsterblichkeit und Auferstehung. Schon im Alten Testament wird Christus, als 'Sonne der Gerechtigkeit' angekündigt. Künstler stellen Gott oder seinem Sohn mit einem Strahlenkranz um das Haupt dar oder lassen Sonnenstrahlen aus ihren Händen fließen. Im ersten Teil der Vesper widmen wir uns den christlichen Gesängen und Hymnen an die Sonne. Von einer 'Sonnenpredigt' von Luigi Rossi, einem italienischen Komponisten des Frühbarocks bis zu Joseph Haydns Oratorium 'Die Schöpfung', das der Sonne 'In vollem Glanze' huldigt.
Von Dorothee Prasser
Die Musikstücke zur Sendung
17:04 - 17:45 Uhr
Carl Philipp Emanuel Bach
1.Halleluja! seht ihr die strahlende Göttliche kommen?
aus: Klopstocks Morgengesang am Schöpfungsfeste, Wq 239
Barbara Schlick, Sopran
Johanna Koslowsky, Sopran
Rheinische Kantorei
Das Kleine Konzert
Leitung: Hermann Max
1'25''
Johann Georg Ebeling
Die güldne Sonne
(für Singstimmen und Ensemble)
Movimento
1'50''
Luigi Rossi
La predica del Sole
(für 5 Stimmen, 2 Violinen und Basso continuo)
Monique Zanetti, Sopran
Bárbara Kusa, Sopran
Jean-Francois Lombard, Tenor
Hervé Lamy, Tenor
Arnaud Richard, Bass
Les Paladins
Leitung: Jérôme Correas
15'43''
Heinrich Schütz
Von Aufgang der Sonne
(für 2 Singstimmen, 2 Violinen und Basso continuo)
Max van Egmond, Bass
James Weaver, Bass
Ricercar Consort
Leitung: Philippe Pierlot
5'22''
Petr Eben
Sonne der Gerechtigkeit
aus: 10 Choralvorspiele für Orgel
Frantisek Vanicek, Orgel der Ev. Kreuzkirche, Spremberg
1'23''
Joseph Haydn
In vollem Glanze Rezitativ
Die Himmel erzählen die Ehre Gottes Chor
aus: Die Schöpfung, Hob XXI:2
Lucy Crowe, Sopran
Benjamin Bruns, Tenor
Christian Gerhaher, Bassbariton
Chor des Bayerischen Rundfunks
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Leitung: Simon Rattle
6'34''
Vesper II
Sei mir gegrüßt, o Sonne - die Sonne auf der Bühne
Auch den zweiten Teil der Vesper widmen wir heute, am Tag vor der Sommersonnenwende, dem strahlenden Himmelskörper. Seit Jahrtausenden steht die Sonne als Sinnbild für Leben, Erkenntnis und Verwandlung. Auf der Opernbühne können wir sie nicht nur als Himmelskörper betrachten, sondern auch als dramatische Figur, als unsichtbare Protagonistin oder auch als sichtbare Figur, die die Handlung bestimmt, wie in Jean-Baptiste Lullys Oper 'Phaeton'. Eine Botschaft: niemand leuchtet so brillant wie die Sonne, ergo: der Sonnenkönig. In Mozarts 'Zauberflöte' ist die Sonne ein Zeichen für Erkenntnis, Wahrheit und moralische Läuterung. 'Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht', singt Sarastro und meint nicht das Naturphänomen, sondern das Gegenbild zur Nacht der Königin, die für Rache und Chaos steht. Antonio Vivaldi lässt seinen Helden Perseus den Kontrast von Sonne und dunklen Wolken beschreiben. Aufwärtsstrebende Geigenklänge spiegeln, nach der Befreiung Andromedas, nicht nur die Strahlkraft der Sonne wider, sondern lassen auch die Seele des Helden erleuchten.
Von Dorothee Prasser
Die Musikstücke zur Sendung
18:04 - 19:00
Jean-Baptiste Lully
Le Roi représentant le soleil levant
aus: Ballet de la nuit
Musica Antiqua Köln
Leitung: Reinhard Goebel
1'55''
Jean-Baptiste Lully
Ende Akt IV
aus: Phaeton Tragédie en musique
Cyril Auvity, Haute-contre
Emiliano Gonzalez Toro, Haute-contre
Choeur de Chambre de Namur
Les Talens Lyriques
Leitung: Christophe Rousset
9'45''
Antonio Vivaldi
Sovente il sole risplende in cielo Arie
aus: Andromeda liberata, RV Anh. 117
Paul-Antoine Bénos-Djian, Countertenor
Le Concert de la Loge
Leitung: Julien Chauvin
8'58''
Nicola Porpora
Povero fior di Clizia
Cristina Grifone, Sopran
Musica Perduta
10'24''
Franz Schubert
'Sei mir gegrüßt, o Sonne'
aus: Alfonso und Estrella, D 732
Linos-Ensemble
4'52''
Wolfgang Amadeus Mozart
Nur stille, stille, stille, stille!
Die Strahlen der Sonne
Heil sei euch Geweihten!
Es siegte die Stärke
aus: Die Zauberflöte, KV 620
Bastian Kohl, Bass
Pauline Texier, Sopran
Julie Goussot, Sopran
Natalie Pérez, Sopran
Aliénor Feix, Alt
Olivier Trommenschlager, Tenor
Vox Nidrosiensis
Orkester Nord
Leitung: Martin Wåhlberg
4'48''
Redaktion: Susanne Rump