- Sendehinweis: Vesper | 13. Juni 2026, 17.04 - 19.00 Uhr | WDR3
Vesper I
Denn ich bin krank vor Liebe – Das Lied der Lieder
'Er erquickt mich mit Blumen und labt mich mit Äpfeln, denn ich bin krank vor Liebe' – hoch poetisch sind die Liebesdichtungen des biblischen Hoheliedes. Es wird auch 'Lied der Lieder' genannt und ist sowohl Teil des jüdischen Tanachs als auch des Alten Testaments. Das Judentum deutet die Dichtungen als Beschreibung der Liebe zwischen Gott und seinem auserwählten Volk. Im Christentum stehen sie für die Liebe zwischen Christus und einer gläubigen Seele bzw. der Kirche. Die Bildhaftigkeit und unverhohlene Erotik der Gedichte verlangen geradezu nach einer musikalischen Ausdeutung. Jean Yves Daniel-Lesur macht das mit irisierenden A-cappella-Klängen, Heinrich Schütz mit einem expressiven Gesangsduett.
Von Gela Birckenstaedt
Die Musikstücke zur Sendung
17:04 - 17:45 Uhr
Giulio San Pietro del Negro
Amore langueo
Schola Canticorum Barensis
Leitung: Gilberto Scordari
3'33''
Giovanni Pierluigi da Palestrina
Pulchra es amica mea
Monika Mauch, Sopran
Capricornus Ensemble Stuttgart
Leitung: Henning Wiegräbe
4'12''
Jean Yves Daniel-Lesur
Le Jardin clos
aus: Le Cantique des Cantiques
Kammerchor Stuttgart
Leitung: Frieder Bernius
4'49''
Dietrich Buxtehude
Ich bin eine Blume zu Saron, BuxWV 45
Stephan MacLeod, Bassbariton
Ricercar Consort
Leitung: Philippe Pierlot
8'20''
Ivan Moody
Canticum Canticorum II (Ausschnitt)
Singer Pur
5'03''
Heinrich Schütz
Nachdem ich lag in meinem öden Bette, SWV 451
Dorothee Mields, Sopran
Felix Schwandtke, Bass
Dresdner Instrumentalisten
Leitung: Hans-Christoph Rademann
4'57''
Vesper II
Lettera amorosa − Mit Herzblut geschrieben
Sind handschriftliche Liebesbriefe heutzutage eigentlich noch üblich? Können Herzchen und küssende Smileys per WhatsApp & Co ersetzen, was Liebende über die Jahrhunderte mit Worten ausgedrückt und niedergeschrieben haben? Smileys kann man nicht vertonen, Liebesbriefe (authentische wie literarische) sehr wohl! Ab dem frühen 17. Jahrhundert ziehen sie sich wie ein roter Faden durch die Musikgeschichte: als innige Liebesbeteuerungen oder − weitaus häufiger − als verzweifelte Liebesklagen. So lässt Domenico Scarlatti einen zurückgewiesenen Liebhaber mit bluttriefender Feder an seine Angebetete schreiben. Bei Mozart übergibt eine gewisse Luise die Briefe ihres treulosen Liebhabers den Flammen. Und Monteverdis „Lettera amorosa“ ist an eine ferne und unerreichbare Geliebte gerichtet.
Von Gela Birckenstaedt
Die Musikstücke zur Sendung
18:04 - 19:00
Girolamo Frescobaldi
Vanne, o carta amorosa
Concerto Italiano
Leitung: Rinaldo Alessandrini
3'00''
Domenico Scarlatti
Tinte a note di sangue
Max Emanuel Cencic, Countertenor
Ornamente 99
Leitung: Karsten Erik Ose
13'45''
Giovanni Battista Vitali
Passa Galli per la Lettera E
Ensemble 1700
2'16''
Wolfgang Amadeus Mozart
Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte, KV 520
Carolyn Sampson, Sopran
Kristian Bezuidenhout, Hammerflügel
1'39''
Wolfgang Amadeus Mozart
Lied der Trennung, KV 519
Carolyn Sampson, Sopran
Kristian Bezuidenhout, Hammerflügel
6'28''
Peter Cornelius
3 Lieder, op. 6
Christina Landshamer, Sopran
Hans Christoph Begemann, Bariton
Matthias Veit, Klavier
5'28''
Claudio Monteverdi
Se i languidi miei sguardi, SV 141 (Lettera amorosa)
Luca Dordolo, Tenor
Marco Mencoboni, Cembalo
7'32''
Kurt Weill
Der Abschiedsbrief
Anne Sofie von Otter, Sopran
Bengt Forsberg, Klavier
3'22''
Redaktion: Susanne Rump