Lyrikerin und Wort-Virtuosin: Nora Gomringer im Klassik Forum
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Sprache ist Musik. Nora Gomringer schreibt ihre Gedichte immer für Stimmen, meist ihre eigene. Als gefeierte Rezitatorin bringt sie Lyrik und Literatur zum Klingen und setzt sie auf der Bühne in Szene. Wie Musik und Sängerinnen sie dabei inspirieren, erzählt sie Christian Möller im Klassik Forum.
Sie wäre nicht Autorin geworden, sagt Nora Gomringer, wenn sie nicht von Anfang an ihre Texte selbst auf der Bühne gesprochen hätte. Texte waren für sie immer Sprechtexte, auch die konkrete Poesie, die ihr Vater Eugen Gomringer begründet hat. Als Kind hat sie mit ihrer Mutter beim Einkaufen Gedichte rezitiert und sich gewundert, wie das klingt, was sie da sagt. Wer spricht da eigentlich – mit ihrer Stimme? Und als Jugendliche wird sie eine "poetische Jukebox", wie sie es nennt: Sie tritt sie mit Gedichten auf, natürlich auswendig vorgetragen.
Heute bewundert Nora Gomringer Sängerinnen wie Barbara Streisand oder Barbara Hannigan. Sie hört mit Vorliebe neue und experimentelle Musik und auch Musicals. Und sie bewundert darin vor allem die Stimm-Performance. Sinfonisches von Antonín Dvorák, Bedrich Smetana und Gustav Mahler ist Nora Gomringer auch sehr nahe, denn als langjährige Direktorin der Künstler-Villa Concordia in Bamberg ist sie den Bamberger Symphonikern sehr verbunden. Für einen Jubiläumsband hat sie das renommierte Orchester auf Konzertreisen und bei Proben intensiv begleitet und viele Momente in ihrer "bamberg symphony" festgehalten.
In Konzerten nimmt die Lyrikerin gern den Stift zur Hand und schreibt zur Musik, die auf der Bühne erklingt. Was und warum, verrät sie Christian Möller im WDR 3 Klassik Forum. Und gibt gleich eine Kostprobe am Mikrofon: schwebende Worte, die sie im Studio aus der Stimmung des Musikhörens heraus notiert.
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Die Musikstücke der Sendung
| Komponist | Titel/Länge | Interpret |
|---|---|---|
| Johann Sebastian Bach | Gigue aus: Suite Nr. 1 G-Dur, BWV 1007 | Alisa Weilerstein, Violoncello |
| Richard Robbins | Howards End (3'47'') | Martin Jones, Klavier Leitung: Harry Rabinowitz |
| Antonin Dvorak | Allegro con brio aus: Sinfonie Nr. 8 G-Dur, op. 88 (9'53'') | Bamberger Symphoniker Leitung: Jakub Hrusa |
| Robert Schumann | 01.Im wunderschönen Monat Mai 02.Aus meinen Tränen sprießen 03.Die Rose, die Lilie 04.Wenn ich in Deine Augen seh 05.Ich will meine Seele tauchen 06.Im Rhein, im heiligen Strome 07.Ich grolle nicht aus: Dichterliebe, op. 48 (11'11'') | Christian Gerhaher, Bariton Gerold Huber, Klavier |
| Lena Sundermeyer | Ohnedich (3'09'') | Nora Gomringer, Sprechstimme Wortart Ensemble |
| Samuel Barber | Adagio, op. 11 (10'00'') | New York Philharmonic Leitung: Leonard Bernstein |
| Jule Styne | People (3'40'') | Barbra Streisand, vocal Leitung: Peter Matz |
| Kurt Schwitters | Scherzo aus: Ursonate (5'36'') | Jaap Blonk, Stimme |
| Antonio Vivaldi | Konzert f-Moll, RV 297 (8'10'') | Le Concert de la Loge Leitung: Julien Chauvin |
| Clara Schumann | Soirées musicales, op. 6 (9'40'') | Martin Helmchen, Fortepiano |
| Gustav Mahler | 1. Satz: Bedächtig Nicht eilen aus: Sinfonie Nr. 4 G-Dur (16'06'') | Bamberger Symphoniker Leitung: Jonathan Nott |
| Felix Mendelssohn Bartholdy | Warum toben die Heiden Motette, op. 78 Nr. 1 (7'42'') | SWR Vokalensemble Stuttgart Leitung: Peter Dijkstra |
| Ernest Chausson | Chanson perpétuelle (7'28'') | Barbara Hannigan, Koloratursopran Bertrand Chamayoux Emerson String Quartet |
| Bedrich Smetana | Die Moldau aus: Mein Vaterland. Zyklus sinfonischer Dichtungen (13'10'') | Tschechische Philharmonie Leitung: Semyon Bychkov |
Moderation: Christian Möller
Redaktion: Susanne Ockelmann