Vermittelnde Stimme: Der Autor und Musiker Ofer Waldman
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Der Israeli Ofer Waldman ist als Hornist nach Deutschland gekommen: Er hat im West-Eastern Divan Orchestra gespielt, hat hier Horn studiert, aber in Deutschland findet er auch seine literarische Stimme. In den lauten Konflikten unserer Zeit setzt er sie mit Bedacht ein. So auch im Klassik Forum mit Katharina Eickhoff, verwoben mit der Musik, die alle verbindet, von Beethoven bis zum israelischen Sänger Banai.
Ofer Waldman wächst in Jerusalem im engen Miteinander verschiedener Kulturen auf. Die Verbindung zu Europa ist durch die deutschen Bücher seiner Großeltern und die deutschsprachige Welt der klassischen Musik immer präsent. Als Hornist des von Daniel Barenboim geleiteten West-Eastern Divan Orchestra erfährt er früh, wie sich Israelis und Palästinenser im gemeinsamen Musizieren finden können. 1999 kommt er nach Berlin, studiert nicht nur Horn, sondern auch Geschichte und Germanistik und beschäftigt sich in seiner Promotion mit Fragen der politischen Kultur und Erinnerung. Parallel ist er weiter als Hornist in deutschen und israelischen Orchestern unterwegs.
Die Perspektive des Hornisten im Orchester hat Ofer Waldman auch literarisch verarbeitet. Anhand von Beispielen aus seinem Buch „Singularkollektiv“ erzählt er zum Beispiel, wie er als 2. Hornist die Horngruppe zusammenhält, was ein Zungenstopper ist und wie man das Orchester als Abbild der Gesellschaft erleben kann. Und aus der Perspektive des Hornisten teilt er im Klassik Forum u.a. Werke von Benjamin Britten, Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms. Außerdem schildert er Situationen in denen Musik ihn im Alltag begleitet: als Sprachrohr, Verbindung, Trost, aber auch als Widerstand gegen den Krieg zwischen Israel und Gaza. Dazu zählen traditionelle israelische Lieder ebenso wie Musik türkischer und libanesischer Herkunft.
Ob als Musiker, Autor oder aktuell Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv: immer stellt Ofer Waldman das gegenseitige Zuhören in den Mittelpunkt. Themen wie Demokratie, Verantwortung und die Rolle von Kultur ziehen sich durch sein Engagement für Musik, Literatur, Politik und Gesellschaft. Im Gespräch mit Katharina Eickhoff geht es nicht um fertige Antworten, sondern um den Willen zu Dialog, Neugier und Gemeinschaft.
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Hein van Eekert, Musik-Journalist
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Die Musikstücke der Sendung
| Komponist:in | Titel/Länge | Interpret:in |
|---|---|---|
| Benjamin Britten | Prologue aus: Serenade, op. 31 (1'43'') | Radek Baborák, Horn |
| Benjamin Britten | Pastoral aus: Serenade, op. 31 (3'23'') | Ian Bostridge, Tenor Radek Baborák, Horn Berliner Philharmoniker Leitung: Simon Rattle |
| Yonni Rechter Avraham Halfi | Atur Mitcheh (3'59'') | Arik Einstein, Gesang |
| Gregorio Allegri | Miserere (12'35'') | Tallis Scholars Leitung: Peter Philips |
| Ludwig van Beethoven | 1. Satz Poco sostenuto - Vivace aus: Sinfonie Nr. 7 A-Dur, op. 92 (12'39'') | West-Eastern Divan Orchestra Leitung: Daniel Barenboim |
| Evyatar Banai | Shir (3'56'') | Sinfonieorchester Basel Leitung: Ivor Bolton |
| Yael Deckelbaum | Prayer of the mothers (5'20'') | Yael Deckelbaum, Gesang Rana Choir |
| Dmitrij Schostakowitsch | Largo aus: Sinfonie Nr 5 d-Moll, op 47 (15'53'') | New York Philharmonic Orchestra Leitung: Leonard Bernstein |
| Jacques Brel | Ne me quitte pas (3'51'') | Jacques Brel, vocal Orchester F. Rauber Leitung: François Rauber |
| Johannes Brahms | 1. Satz: Andante aus: Trio Es-Dur, op. 40 (7'34'') | Radovan Vlatkovic, Horn Hans Maile, Violine Vladimir Ashkenazy, Klavier |
| Gustav Mahler | Nun will die Sonn' so hell aufgeh'n aus: Kindertotenlieder (4'51'') | Kathleen Ferrier, Alt Wiener Philharmoniker Leitung: Bruno Walter |
| Franz Schubert | 2. Satz Andante con moto aus: Quartett d-Moll, D 810 Der Tod und das Mädchen (14'14'') | Jerusalem Quartet |
| Richard Strauss | September aus: 4 letzte Lieder, AV 150 (4'42'') | Arleen Augér, Sopran Wiener Philharmoniker Leitung: André Previn |
| Nihan Devecioglu | Dut Agaci (6'03'') | Nihan Devecioglu, vocal Nihan & the single camels |
| Giuseppe Verdi | Arie der Aida: Qui Radamès verrà! O patria mia aus: Aida. Oper in 4 Akten (6'34'') | Katia Ricciarelli, Sopran Orchestra del Teatro alla Scala di Milano Leitung: Claudio Abbado |
| Mashrou' Leila | Inni mnih (3'18'') | Mashrou' Leila |
Moderation: Katharina Eickhoff
Redaktion: Susanne Ockelmann