- Sendehinweis: WDR 3 am Karfreitag | 3. April 2026, 09.04 - 13.00 Uhr
Die deutsch-schwedische Dichterin Nelly Sachs setzt den Ton dieses Feiertags mit ihrer Bitte, im Lärmen der Gegenwart "leiser, immer leiser zu werden". Werke wie das melancholische Sospiri von Edward Elgar, das ausdrucksstarke Stabat Mater des Barockkomponisten Giovanni Felice Sances oder Bachs berühmte Violin-Chaconne kommen diesem Wunsch nach und entführen uns in fast schwerelose Regionen des Hörens. In zwei Gedichten beleuchten Mascha Kaléko und Gottfried Keller die Eigenheiten der Zeit, die still zu stehen scheint, während wir weitereilen. Vielleicht sind es solche Ahnungen, die uns auch die Musik vom ukrainischen Komponisten Ihor Shamo oder vom franco-flämischen Renaissance-Sänger Jheronimus Vinders vertraut erscheinen lassen, allem geographischen und zeitlichen Abstand zum Trotz: sie sind Ausdruck der menschlichen Seele in bewegten Zeiten.
Die Musikstücke und Gedichte der Sendung
Edward Elgar
Sospiri
City of Birmingham Symphony Orchestra
Leitung: Mirga Gražinytė‑Tyla
(04'50'')
Arvo Pärt
An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten
The Hilliard Ensemble
(06'34'')
Catharina Regina von Greiffenberg
Auf Christi Verlassenheit am Creutz
(01'28'')
Carl Friedrich Abel
Arpeggio d‑Moll, K 205
Anja Lechner, Violoncello
(03'37'')
Giovanni Felice Sances
Stabat mater
Ricercar Consort
Carlos Mena, Countertenor
Leitung: Philippe Pierlot
(12'30'')
Günther Anders
Sprachelegie
(01'01'')
Arnold Schönberg
Notturno
Beethoven Orchester Bonn
Leitung: Stefan Blunier
(03'23'')
Johann Sebastian Bach
Partita Nr. 2 d‑Moll, BWV 1004: Chaconne
Midori Seiler, Violine
(15'42'')
Sarah Kirsch
Die Nacht streckt ihre Finger aus
(01'14'')
Ihor Shamo
Konzert für Akkordeon und Streicher: Aria
Bjarke Mogensen, Akkordeon
Aarhus Kammerorkester
Leitung: Magnus Plejdrup
(07'06'')
Peter Tschaikowski
Sérénade mélancolique, op. 26
Virgil Boutellis‑Taft, Violine
Royal Philharmonic Orchestra
Leitung: Jac van Steen
(10'05'')
Max Hermann‑Neisse
Verdammnis 1933
(02'32'')
Karl Amadeus Hartmann
Concerto funèbre: Choral
Alina Ibragimova, Violine
Britten Sinfonia
Leitung: Jacqueline Shave
(04'32'')
Jan Dismas Zelenka
Lamentationes pro die Mercurii Sancto,
aus: Lamentationes Jeremiae Prophetae ZWV 53
Collegium Marianum
Tomás Král, Bass
Damien Guillon, Countertenor
Leitung: Jana Semerádová
(20'47'')
Samuel Barber
Mutations from Bach
Royal Scottish National Orchestra
Leitung: Marin Alsop
(05'38'')
Ludwig Rubiner
Kleiner Gesang
(00'56'')
Ilse Weber
Wiegala
Singer Pur
(03'18'')
Heinrich Ignaz Franz Biber
Partia Nr. 1 d‑Moll
Les Passions de l’Ame
Leitung: Meret Lüthi
(13'09'')
Mascha Kaléko
Die Zeit steht still
(01'19'')
Johann Sebastian Bach / György Kurtág
Sonatina, BWV 106
GrauSchumacher Piano Duo
(02'47'')
Gottfried Keller
Die Zeit geht nicht
(01'27'')
Franz Liszt (Bearbeitung: Bernd Alois Zimmermann)
Oh, quand je dors, HS 282
Sarah Wegener, Sopran
WDR Sinfonieorchester
Leitung: Heinz Holliger
(06'59'')
Rolf Lislevand
Passacaglia al modo mio
Rolf Lislevand, Chitarrone
(07'24'')
Friedrich Schiller
Der Pilgrim
(02'32'')
Traditional
Nobody knows the trouble I’ve seen
Reginald Mobley, Countertenor
Baptiste Trotignon, Klavier
(03'38'')
Hieronymus Vinders
O mors inevitabilis
Graindelavoix
Leitung: Björn Schmelzer
(05'08'')
Nelly Sachs
Wir müssen leiser werden
(00'59'')
Johannes Brahms
Intermezzo h‑Moll, op. 199,1
Charles Owen, Klavier
(03'50'')
12:00 - 12:04 Nachrichten
Carl Heinrich Graun, Komponist und Sänger aus Brandenburg, hatte ein besonderes Händchen für wunderschöne Melodien. Seine heute wenig bekannte Musik ist voll sanglicher Eleganz. Und auch wenn Grauns Opern nach seinem Tod für lange Zeit aus dem Repertoire verschwanden – sein Oratorium "Der Tod Jesu" blieb bis weit ins 19. Jahrhundert hinein eine der populärsten Passionsmusiken überhaupt. Zur Mittagszeit präsentieren wir den zweiten Teil des großangelegten Werks, das in Rezitativen, Chören und Arien ein abwechslungsreiches Zeugnis von Grauns bildhafter Erzählkunst ablegt
Die Musikstücke der Sendung
Carl Heinrich Graun
Der Tod Jesu
L’Arpa Festante
Arcis‑Vocalisten
Monika Mauch u. a.
Leitung: Thomas Gropper
(46'15'')
Eduard Nápravník
Notturno op. 48 Nr. 1
Jonathan Plowright, Klavier
(05'56'')
Moderation: Kornelia Bittmann
Rezitation: Bernt Hahn
Musik- und Gedichtauswahl: Michael Arntz
Redaktion: Frank Hilberg