Grafik: Frau hält eine Schere an ihre langen Haare

USA bombardieren Iran - Update mit Armin Ghassim

Stand:

In der Nacht vor unserer Aufzeichnung haben die USA drei Atomanlagen im Iran bombardiert. In Fordo, Natans und Isfahan hat es Einschläge gegeben. Host Shanli Anwar spricht mit dem Investigativ-Journalisten Armin Ghassim darüber, welche Folgen das haben könnte – weltweit. Eine Waffenruhe ist zum Zeitpunkt unserer Aufzeichnung noch nicht absehbar.

USA bombardieren Iran - Update mit Armin Ghassim

COSMO Iran im Herzen 23.06.2025 17:17 Min. Verfügbar bis 06.11.2846 COSMO Von Shanli Anwar


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Armin Ghassim hat politische Psychologie studiert und wirft einen weiten Blick auf die geopolitische Lage in Iran. Jetzt, wo die USA sich in den bewaffneten Konflikt zwischen Israel und dem Iran eingeschaltet haben, glaubt er an Zurückhaltung. Seine Analyse ist, dass die Machthaber zwar versuchen, Gesicht zu wahren, aber nicht zu eskalieren.

Khomeinis Ansatz war immer: das System steht über allem. Ein ‚Full-Scale War‘ mit den USA, der würde eben auch das System gefährden Armin Ghassim

Die Islamische Republik Iran wurde im Jahr 1979 gegründet. An ihre Spitze stellte sich Ajatollah Khomeini als geistlicher Führer und oberster Rechtsgelehrter.

Heute ist Ajatollah Ali Chameini der oberste Führer Irans. Und auch er konzentriert die politische Macht auf sich. Seit 36 Jahren ist er in dieser Position und regiert mit Härte. So hat er die Proteste im Land nach dem gewaltsamen Tod von Jina Mahsa Amini niederschlagen lassen. Mehr als 30.000 Menschen sind festgenommen worden, hunderte wurden getötet. Chamenei hat das damit begründet, dass die Proteste eine Verschwörung ausländischer Mächte seien. Armin Ghassim glaubt nicht, dass die Menschen das vergessen können. Trotzdem könnte ein Angriff anderer Staaten auf den Iran Chamenei stärken.

Es gibt das sogenannte ‚Rally 'round the flag-Phänomen‘. Das besagt, dass es bei einem Angriff von außen ein Versammeln rund um das System und um den Staat, um die Flagge, gibt und das dann eher zur Stabilisierung dieses Systems führen kann. Armin Ghassim

Armin Ghassim fürchtet, dass diejenigen, die sich weiter gegen das System stellen, jetzt noch härter sanktioniert werden könnten. Dass die Demokratie in Iran von außen gestärkt wird, bezweifelt er mit Blick auf strategische Überlegungen von Israel und den USA eher. Von Medien in Deutschland wünscht er sich, dass diversere Stimmen über Iran hörbar gemacht werden.

Das Gespräch wurde am 23.06.2025 aufgezeichnet.
Host: Shanli Anwar
Redaktion: Parniean Soufiani

*Bio: Armin Ghassim (*1989 in Frankfurt am Main) ist Journalist und Filmemacher. Er ist in Düsseldorf aufgewachsen und hat Politische Psychologie an der Queen’s University in Belfast studiert. Seit 2015 ist er als freier Journalist tätig. Er schreibt für u.a. für die taz und die Süddeutsche Zeitung über Krisen und Konflikte. Für die ARD war er als Korrespondent in Washington und berichtete immer wieder mit längeren Recherchen aus dem Mittleren Osten. Hauptsächlich ist er für das ARD-Magazin Panorama tätig. 

Weiterführende Links:

Krieg gegen Iran – Menschen zwischen Hoffnung und Angst

nah dran – die Geschichte hinter der Nachricht 20.06.2025 21:36 Min. Verfügbar bis 20.06.2026 WDR Online


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