Sie hat ihr Vorgängeralbum "Do It Afraid" veröffentlicht, jetzt legt Yaya Bey schon nach: Auf "Fidelity" findet sich eine vielseitige Genre-Mischung mit Zitaten aus der Geschichte Schwarzer Musik: Jazz, Hip-Hop und R&B und auch mal Reggae, mit trockenen Raps von Yaya Bey oder ihren markanten souligen Vocals.
Verlust von Community
Mit "Dream Girl" und "The Towns – bella notche pt.2" schreibt sie jeweils die Fortsetzung zu zwei Songs aus ihrem letzten Album. In "The Towns" singt sie über die Gentrifizierung ihrer Heimat New York, die hohen Mieten und niedrigen Löhne. Es wird immer schwieriger, dort zu leben, singt sie - das betrifft vor allem traditionell schwarze Viertel wie Queens, wo sie aufgewachsen ist. Und das bedeutet auch den Verlust von Community, Kultur und Geschichte.
Schwarzes Leid soll kein Spektakel sein
Abschied und Verlust sind zentrale Themen auf "Fidelity"– Yaya Bey verarbeitet wie auch schon auf dem Vorgängeralbum den Tod ihres Vaters, des Rappers Grand Daddy I.U., der 2022 gestorben ist. Sie fragt sich, warum Schwarze Artists oft erst nach ihrem Tod die Anerkennung bekommen, die sie verdienen - und dadurch zu Lebzeiten und nach ihrem Tod noch ausgebeutet werden. Ihre Erkenntnis: Schwarzes Leid wird in der Kunst zum Spektakel gemacht.
Eine Liebeserklärung in harten Zeiten
Doch auch die Liebe spielt eine große Rolle in den Songs: Für Yaya Bey ist sie zwar nicht immer wie in der Idealvorstellung leicht und sorglos, sondern oft ziemlich kompliziert. Trotzdem macht sie eine Liebeserklärung auf dem Album: Im Musikvideo zu "Egyptian Musk“ ist die New Yorker Sängerin mit Ehemann und Producer Exaktly zu sehen. In warmer 90s-Videocam-Ästhetik turteln die beiden vor einem Fotoset. Dazu singt sie übersetzt: "Die Welt ist kalt, aber es ist warm mit dir.“ Trotz all der Verluste, die sie erlebt, findet sie Halt in ihrer Beziehung.