Albumreview : Omah Lay sucht auf "Clarity of Mind" nach Heilung
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Vier Jahre nach seinem Durchbruch mit dem Debütalbum "Boy Alone" meldet sich Omah Lay mit neuer Musik zurück. Zwischen Selbstzweifeln, Spiritualität und den Schattenseiten des Ruhms bleibt der Afrobeats-Star seinem melancholischen Sound treu.
Von Lilover Laylany
Omah Lay gilt als eine der emotionalsten Stimmen im Afrobeat. Sein Sound wird von Fans scherzhaft "Afrodepression" genannt, weil er sich von dem oft eher angeberischen Gute-Laune-Party-Vibe abhebt, den viele mit Afrobeats verbinden. Statt Status und Flex stehen bei ihm innere Konflikte im Vordergrund: Spiritualität, Selbstzweifel und ein turbulentes Liebesleben.
Auch auf "Clarity of Mind" bleibt Omah Lay diesen Themen treu. Songs wie "Don’t Love Me" zeigen ihn von seiner verletzlichen Seite: Hier warnt er seine Partnerin offen vor seinen selbstzerstörerischen Tendenzen. Mit dieser Mischung aus emotionaler Ehrlichkeit und tanzbaren Beats hat er schon auf seinem Debütalbum "Boy Alone" viele Fans begeistert.
Vier Jahre Pause – und jede Menge Drama
"Boy Alone" katapultierte Omah Lay quasi aus dem Nichts in die Charts und machte ihn auf einen Schlag bekannt. Umso überraschender ist es daher, dass das zweite Album ganze vier Jahre auf sich warten ließ.
Omah Lay selbst erhob den Vorwurf, ein Afrobeats-Kollege habe ihm angeblich das komplette Albumkonzept gestohlen. Einen Namen nannte er nie. Viele vermuteten dahinter Rema, bewiesen ist allerdings nichts.
Dazu kamen immer wieder Kontroversen abseits der Musik. Besonders viral ging das berüchtigte "Konzert-Gate" in London: Omah Lay holte einen weiblichen Fan auf die Bühne und tanzte eng mit ihr - während ihr Freund im Publikum stand. Der Clip ging viral und machte Omah Lay für viele schlagartig unbeliebt. All das zeigt: Omah Lay hatte auf "Clarity of Mind" offenbar einiges zu verarbeiten.
Vertrauter Sound statt Risiko
Musikalisch bleibt Omah Lay sich selbst treu: mit seiner Fusion aus träumerischen Afrobeats und Afropop - und einer Menge Melancholie. Zwar gibt es spannende Momente, zum Beispiel im Song "Julia", wo Omah Lay Rock-Elemente einbaut. Insgesamt wirkt "Clarity of Mind" aber etwas weniger experimentierfreudig als erwartet. Laut ihm war das sogar ursprünglich die Richtung, die das Album nehmen sollte. Ein gut produziertes Album vom Emoboy des Afrobeats, tanzbar und ohne große Überraschungen.