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Liam Bailey

Völlig losgelöst Liam Bailey – "Shadow Town"

Stand:

Liam Bailey hat auf jedem seiner vorherigen Alben eine neue Soundwelt für sich erschlossen, wurde vom Singer-Songwriter zum Reggae-Crooner, experimentierte mit Lovers Rock und Dub. Auf seinem neuen Album "Shadow Town" schmeißt er jetzt all diese Welten kurzerhand zusammen.

Von Vincent Lindig

Aus den Midlands in die Welt

Liam Bailey wurde in Nottingham in Großbritanniens Midlands, weit weg vom soziokulturellen Hotspot London, als Kind eines Jamaikaners und einer Britin geboren. Anfang der 2010er Jahre veröffentlichte er seine ersten Songs auf dem damaligen Musiklabel von Amy Winehouse. Als musikalische Einflüsse nennt er Bob Marley, Stevie Wonder, The Beatles und Jimi Hendrix.

Seine ersten eigenen Schritte klingen aber noch klar nach Singer-Songwriter. Ein paar Jahre später wurde er mit seiner eigensinnigen Mischung aus Soul, Reggae und Dub an der Seite von seinem Producerfreund El Michels Affair bekannt – und betritt endgültig die weltweite Bühne des Global Pop.

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Afrobeat-Drums und Folk-Elemente

Auf den ersten Blick scheint "Shadow Town" eine musikalische Bunte Tüte. Manche Songs kreisen um reduzierte Gitarrenriffs, andere bringen Afrobeat-Drums (Liam nennt explizit den legendären Drummer Tony Allen als Einfluss auf "Shadown Town") mit Indie-inspirierten Strophen zusammen.

Der rote Faden ist aber Liam Baileys Stimme, die in einem Moment klagt ("Thorn in You"), um im nächsten Moment in souligem Falsett ("Only Love") aufzugehen. Musikalische Gastbeiträge von Maverick Sabre und dem britischen Rapper DRS sind so sehr eingewoben, dass sie in der Produktion verschwinden – und nicht einmal als Features auftauchen.#

Emotionaler Deep Dive

In den Texten der Songs geht es um die Schwierigkeiten einer dornigen Liebe, um alte und tiefliegende Verletzungen, Momente der Einsamkeit zu Zweit. Und Liam Bailey singt aus der Perspektive eines Mannes, der nie gelernt hat, sich in der Welt zu behaupten – ein Manifest der Verletzlichkeit, wenn er zum Beispiel in "A Perfect Release" singt: "I cry more than you know".

"Shadow Town" ist für ihn aber nicht nur autobiografisch, sondern auch beobachtend, wie er erzählt: "Dieses Album hebt sich klanglich dadurch ab, dass es ausgefeilter und raffinierter ist, aber auch die Erzählung und die Texte sind stärker in meiner Beobachtung des Alltagslebens in London verwurzelt – so wie ich es für mich und andere erlebe".

Ehemaliger Amy Winehouse Produzent an der Seite

Produziert wurde "Shadow Town" komplett von Jimmy Hogarth. Mit ihm hat Liam schon sein Debutalbum vor über zehn Jahren gemacht. Hoggarth ist Grammypreisträger, hat unter vielen anderen mit Amy Winehouse, Maverick Sabre oder auch Tina Turner zusammengearbeitet.

Ein Weltklasse-Produzent an Liam Baileys Seite – und ein musikalischer Full-Circle-Moment für ihn: "Ich kenne Jimmy schon seit 20 Jahren, wir mussten das einfach machen. Und jetzt können wir das weiterführen".