Im "Popcast" der New York Times äußert sich Jack Harlow mit den Worten "I got blacker" – zu Deutsch: "Ich bin schwärzer geworden". Gemeint sind die Einflüsse Schwarzer Musik auf sein neues Album "Monica". Diese Aussage von einem weißen Rapper ist jedoch im besten Fall unglücklich gewählt. Bei vielen Userinnen und Usern stößt der Satz auf Unmut – sie wünschen sich einen respektvolleren Umgang von einem weißen Musiker, der Raum in einem Schwarzen Genre einnimmt. Kritik kommt auch aus der Hip-Hop-Szene von Punch und Charlemagne tha God.
Von Trap-Beats zu Neo-Soul
"Monica" ist tatsächlicher ein musikalischer Shift für Jack Harlow: Von seinen tighten Trap-Beats und vom Pop-Rap bewegt er sich hin zu softem, melodischem R'n'B mit Neo-Soul-Vibes. Zu hören sind viele warme, hypnotische Gitarren-Sounds, es gibt keinen einzigen Rap-Part – dafür jetzt Gesang. Harlow ist kein ausgebildeter Sänger, aber genau das macht den Charme des Albums aus: Seine Vocals klingen zurückgelehnt und intim.
Nach New York
Für die Produktion des Albums ist Jack Harlow vom heimischen Kentucky nach New York gezogen und hat dort die Voraussetzungen für ein großes Album geschaffen: Aufgenommen hat er in den Electric Lady Studios – einem der legendärsten Studios der Musikgeschichte, gegründet in den 70ern von Jimi Hendrix. Am Piano sitzt außerdem der anerkannte Jazz-Pianist Robert Glasper und im Background singen Indie-Soul-Stars wie Ravyn Lenae und Omar Apollo.
Love Songs für unabhängige Frauen
Die Platte ist benannt nach der 90s-R'n'B-Sängerin Monica, die viele noch von "The Boy Is Mine", ihrem Duett mit Brandy kennen. Thematisch passt der Albumtitel zu den Lyrics: Es geht um starke Frauen, die mit sich selbst im Reinen sind. Die eigene Projekte verfolgen, unabhängig und erfolgreich sind. Trotzdem ist da auch eine Melancholie: Es geht um verpasste Chancen in der Liebe und einsame Nächte. "Lonesome" ist ein melancholisches Highlight auf dem Album. Insgesamt ist "Monica" sehr stimmig geworden, auch wenn es ein wenig konstruiert wirkt. Das bringt ein Genre-Wechsel vielleicht immer mit sich, wird jedoch offensichtlicher im Zusammenhang mit seiner Aussage, nun "schwärzer" zu klingen.