Persönlichkeit, Politik & Power : Genesis Owusu - "Redstar Wu & The Worldwide Scourge"
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Wenn Genesis Owusu aus Australien nicht schon einmal auf der Jahres-Playlist von Ex-US-Präsident Barack Obama gelandet wäre, dann wäre es vielleicht dieses Jahr soweit. Der gefeierte Artist zeigt sich mit seinem dritten Album "Redstar Wu & The Worldwide Scourge" mit Elektro-Punk und Rap gewohnt energisch, aber auch persönlicher und direkter.
Von Kai Brands
Der vielfache Preisträger
Der Rapper, Sänger und Songwriter Genesis Owusu gilt seit einigen Jahren als einer der spannendsten Newcomer aus Australien. Zumindest international. Im Land selbst ist er schon etablierst und hat bereits sieben Mal den renommierten "ARIA Award" gewonnen. Genesis Owusu ist aus Canberra. Australiens Hauptstadt zwischen den Küsten-Metropolen Sydney und Melbourne gilt im Vergleich zu ihnen oft als eher ruhig. Als Kleinkind ist er mit seiner Familie von Ghana dorthin gezogen. Sein Bruder Citizen Kay und er sind beide etablierte Artists.
2021 hat Genesis Owusu sein Debüt-Album "Smiling With No Teeth" rausgebracht und von sich reden gemacht. Dass er noch im selben Jahr in Barack Obamas Playlist aufgetaucht ist, hat ihm dann nochmal mehr internationale Aufmerksamkeit gebracht. Es folgte das Nachfolge-Album "Struggler". Genesis Owusus’ Sound ist vielseitig und vor allem oft verspielt, verzerrt und mit viel Energie. Das zeigt er auch auf seinem dritten Album "Redstar Wu & The Worldwide Scourge".
Rebellische Power
Im neuen Album mit dem längeren, fast schon artsy Titel steckt vor allem viel Wut - wegen der vielen Krisen auf der Welt, Ungerechtigkeiten, Kriege. Vieles auf dem Album ist politisch, macht- und gesellschaftskritisch, vorgetragen mit Punk-Attitude. Der rote Stern im Albumtitel ist als rebellisches Symbol zu verstehen und eine Anlehnung an den schwarzen Stern in Ghanas Nationalflagge, der für die Befreiung der afrikanischen Bevölkerung vom Kolonialismus steht. Und "scourge" heißt so etwas wie "Plage" oder "Geißelung".
Genesis Owusu prangert zum Beispiel den zunehmenden Rechtsruck auf der Welt oder die Lage in Gaza an. Und er teilt aus. Zum Beispiel gegen umstrittene Persönlichkeiten wie Rap-Star Kanye West und dessen Fans, Tech-Milliardär Elon Musk oder den frauenfeindlichen Influencer Andrew Tate. Seine Wut überträgt Genesis Owusu in einen oft treibenden, elektronischen Indie-/Post-Punk-Sound und energischen Rap. Neben den vielen wuchtigen Songs gibt es immer wieder ruhigere Tracks, die manchmal wie wichtige Atempausen daherkommen.
Wunsch nach mehr Gemeinschaft
"Redstar Wu & The Worldwide Scourge" ist direkter und persönlicher als die beiden Vorgänger-Alben, auf denen er bestimmte Charaktere oder Konzepte erschaffen hatte. Das sagt Genesis Owusu auch selbst über das neue Album. Das hat er schon 2024 geschrieben und es ist trotzdem noch aktuell. Eigentlich wollte er immer zeitlose Musik machen, sagt er in Interviews. Er hatte aber das Gefühl, auch künstlerisch zu verschiedenen Entwicklungen in den jetzigen 20er-Jahren Position beziehen zu müssen. Genesis Owusus’ Wunsch bei all der Wut: mehr Gemeinschaft - miteinander statt gegeneinander. Das scheint der letzte Track zu verdeutlichen: "ONE4ALL" ("einer für alle"). Auf dem Album wird Genesis Owusus einiges los und verbreitet doch die versöhnliche, hoffnungsvolle Message: wir sitzen alle im selben Boot.