Enny – Cabin Feva
Spätestens mit "We Go Again" hat Enny sich 2023 die obere Spitze als spannendste Newcomerin in der UK-Musikszene gesichert. Jorja Smith hatte das schon einen Moment früher erkannt und die Londonerin bei ihrem Label FAMM als erstes Signing unter Vertrag genommen. Zwei Jahre später ist Enny zurück und releast mit "Cabin Feva" eine Nummer, auf der sie ihren eigenen State of Mind und den der Welt kommentiert. Dabei liefert sie nicht nur pointierte Lyrics und soulful Melodien, sondern auch einen Appell für hohe Standards und Selbstrespekt. Ein bisschen Drama gibt es auch – und das ist gewollt. Die UK-Sängerin bezeichnet sich schließlich selbst als ein "bisschen dramatisch".
Latin Mafia x Omar Apollo – Hecho para ti
In der Karriere von Omar Apollo haben sich melancholische Tunes bisher als sehr gute Investition herausgestellt. Dass der US-Sänger aber eine Cumbia singt, ist komplett neu. Zustande gekommen ist das durch Latin Mafia, mit denen er den Song "Hecho para ti" schon seit ein paar Monaten immer wieder angeteast hatte. Die Indie-Combo aus Mexiko will sich ungern auf Genres festlegen und expandiert mit ihrem "Mexa Sound" in alle Richtungen. "Hecho para ti" setzt aber nicht nur auf leidenschaftliche Lyrics und Sounds, sondern auch auf Augenzwinkern. Denn das Video im 80er-Style gibt mit seiner VHS-Optik, dichten Bärten im Gesicht und Neonröhren-Kellerparty-Einrichtung ordentlich Tío-Vibes.
Thee Marloes – I'd Be Lost
Im nächsten Jahr wollen Thee Marloes ein neues Album rausbringen. Jetzt liefert die Band aus Indonesien einen Vorgeschmack auf das, was uns dann erwarten dürfte. "I'd Be Lost" ist eine sonnengetränkte Soul-Nummer mit Laidback Vibes. Sofort kommt einem der Geruch nach Sonnenmilch und spritzigen Drinks in die Nase, wenn die Single ertönt, die jetzt als 7" erschienen ist. Sängerin Tassya lullt uns mit ihrer warmen Stimme ein und erzählt davon, wie sie bereit ist, die Schutzschilder für die Liebe nun endlich fallen zu lassen. Im dazugehörigen Video feiert die Band die langjährige Liebe zwischen zwei älteren Menschen, die noch immer so frisch ist wie am ersten Tag.
Bekar – 2k17
Abseits des harten Sounds aus den Pariser Banlieues positioniert sich Bekar – Rapper aus dem Norden Frankreichs – der mit seiner EP "Boréal" 2019 erstmalig die Aufmerksamkeit der französischen Rap-Szene auf sich gezogen hat. In seinen Texten geht es um Universelles: Liebe, Familie und die Suche nach dem Sinn des Lebens. Das alles verpackt der Franzose mit spanischen Roots in Melodien, die oft leicht und catchy sind, aber nicht vor deepen Auseinandersetzungen zurückschrecken. Die neue Single heißt "2k17". Es geht um die guten Zeiten: Bekar und die Gang nehmen uns mit auf ihren Festivalsommer, wo der Rapper mit Fans feiert und das Leben im Tourbus und auf der Bühne genießt.
Mero – Uçurum
In seiner Musik thematisiert Mero immer wieder seine Heimat: Der Rapper aus Rüsselsheim hat Roots in der Türkei. Seine Eltern stammen aus der Stadt Kelkit. Das neue Video zu "Uçurum", auf Deutsch so viel wie "Absturz", wurde allerdings in Istanbul gedreht. Mero rappt und singt auf Türkisch und Deutsch, während die Skyline der Stadt bei Sonnenuntergang im Hintergrund leuchtet und glitzert. Es geht um den Struggle des Rapperdaseins, die Karriere, Geld, das kommt und geht andere Probleme im Leben eines 25-Jährigen. Mero bleibt resilient und macht mit "Uçurum" das Beste draus.