Bad Bunny – NUEVAYoL
Das ist es – das Video zu Bad Bunnys Aushängetrack "NUEVAYoL", der schon längst in jeder gutausgewählten Summer-Selection hoch und runter läuft. Nach dem Abmühen in der Tanzschule und dem Herzschmerz der kleinen Puerto-Rico-Kröte aus "KETU TeCRÉ" wird bei Bad Bunny jetzt Hochzeit gefeiert. Auf großen Prunk und Glamour wird verzichtet, dafür ist alles im Stil der Achtziger gehalten, wo im eher kahlen New Yorker Community-Center getanzt und die Liebe gefeiert wird. Benito ist und bleibt dabei der Lonely Boy, den wir kennen. Bis er beim Skit die puerto-ricanische Flagge am Kopf der Freiheitsstatue hisst. Aus dem Radio in der Bronx ertönt ein US-Präsident, der stark an den aktuellen angelehnt ist und betont, dass die USA nichts ohne Migrant:innen seien. Das Video ist unter Regie von Renell Medrano entstanden, die schon das Cover von Kendrick Lamars Album "Mr. Morale & The Big Steppers" geschossen hat.
Wa22ermann – Uhh Ahh
Wie läuft es eigentlich bei Wa22ermann gerade? "Uhh Ahh"! Heißt konkret: Leben ist gut, die Taschen sind voll, alles ist entspannt, Gigs kommen rein und den Girls geht es blendend. Kein Grund, sich zu beschweren also. Für die Rapperin aus Berlin-Kreuzberg ist es schließlich in Sachen Karriere in den letzten Jahren ziemlich steil angelaufen. Die letzte EP "22:22" kam 2024 über Four Music, die erste Solotour hat sie auch vor wenigen Monaten erfolgreich hinter sich gebracht. Fehlt nur noch das Debütalbum. Aber jetzt erstmal: Party! Schließlich müssen Erfolge gefeiert werden. Für "Uhh Ahh", den sie auf dem splash! schon angeteast hat, schmeißt Wa22ermann eine Blockparty im Berlin-Style mit den Homies: Es werden Garnelen gegrillt, aus roten Plastikbechern gesippt oder Fußball gezockt.
Felukah – Danger / خطر
Mit ihrer Musik erkundet Felukah schon seit einigen Jahren ihre Diaspora-Identität zwischen Kairo und New York. Dort lebt die Sängerin mit ägyptischen Roots mittlerweile, beruft sich aber immer wieder auf die Einflüsse, die sie geprägt haben. Ihren "Arabfuturismus" hat sie zum Beispiel an Erykah Badu angelehnt, die ihren Fußabdruck auch bei "Danger" hinterlassen hat. Die Nummer ist ein recht klassischer Boom-Bap-Track geworden, in dem Felukah Lyrics über Hater und ihren Status in der Szene spittet. Während sie zwischen Englisch und Arabisch switcht, wandert sie durch die Gassen von Kairo oder durch den Antiquitäten-Store und lässt uns am bunten Treiben der Metropole teilhaben. In den nächsten Monaten soll auch das neue Album von Felukah erscheinen.
255 & Minz – Sha Na
Gerade haben 255 noch den COSMO-Festival-Floor bespielt, jetzt ist das Produzenten-Trio aus Köln schon wieder dabei, fleißig Clips zu releasen. Zwar ist das zweite Album "Odabo" noch immer in aller Munde, trotzdem legen 255 jetzt mit "Sha Na" nach und lassen in Sachen Lyrics nicht mehr nur AI singen, sondern echte Featuregäste. Bei "Sha Na" kommt Minz zu Wort, der mit seinen Laidback-Vibes die Afrobeats-Szene in Nigeria fest im Griff hat und im letzten Jahr sein Album "By Any Minz" veröffentlicht hat. Laidback ist auch "Sha Na" geworden. Gespickt mit soften Vocals und Amapiano-Anleihen macht die Nummer Lust auf Skateboardfahren in der Stadt oder am Hafen zu chillen während des Sonnenuntergangs. Das spiegelt sich auch im Clip dazu wider.
Sefo & Demet Akalın – Yerinde Dur
Reggaeton und HipHop – damit hat Sefo 2021 in der türkischen Musikszene seinen großen Durchbruch gefeiert. "Bilmem mi" wurde zum Hit und einer der meistgestreamten Songs des Jahres. Mittlerweile gehört der Rapper aus Samsun zum festen Bestandteil der Szene und konnte sich dadurch für "Yerinde Dur" jetzt ein Feature mit Demet Akalın sichern, das nach wenigen Wochen schon auf über 30 Millionen Klicks kommt. Kein Wunder, denn Demet hat sich in den letzten 30 Jahren ihrer Karriere eine ganz schöne Anhängerschaft erspielt und gehört zu den absoluten Popstars des Landes. Musikalisch treffen sich die beiden irgendwo in der Mitte: Pop und HipHop, dramatische Melodien und pointierte Lyrics. Was aber vor allem durchschimmert, ist die Erinnerung an einen Klassiker aus den Nullerjahren: Der Riddim von "Yerinde Dur" erinnert nämlich sehr stark an Niny Sky und Jabba und deren Hit "Move Ya Body" von 2004.