Kritik an Casita auf Bad Bunnys Konzerten
Wer aktuell ein Konzert von Bad Bunny besucht, will nicht nur den Superstar auf der Bühne sehen. Für viele Fans gibt es inzwischen ein ganz besonderes Ziel: die sogenannte "Casita". Das pinke Haus auf der Bühne ist fester Bestandteil seiner Welttournee und wird derzeit in den sozialen Medien intensiv diskutiert.
Die "Casita" ist einem karibischen Wohnhaus nachempfunden und steht während der Show auf der Bühne. Dort feiern Bad Bunny, Prominente und ausgewählte Fans gemeinsam. Um diese Plätze zu vergeben, sind vor den Konzerten Scouts im Publikum unterwegs. Sie sprechen einzelne Besucherinnen an und laden sie später auf die Bühne ein. Auf TikTok und anderen Plattformen teilen Fans inzwischen zahlreiche Videos mit Tipps, wie man seine Chancen auf eine Einladung erhöhen kann. Diskutiert werden dabei Outfits, Frisuren und der passende Look.
Genau diese Auswahl sorgt nun für Kritik. Viele Nutzerinnen bemängeln, dass fast ausschließlich junge, schlanke und konventionell attraktive Frauen in die "Casita" eingeladen werden. Kritiker fragen deshalb, warum ein Künstler wie Bad Bunny ein so einseitiges Schönheitsideal auf seiner Bühne präsentiere.
Die Diskussion überrascht viele Fans, weil Bad Bunny in der Vergangenheit immer wieder gesellschaftliche Normen hinterfragt hat. Der Musiker setzte sich öffentlich für LGBTQ-Rechte ein, positionierte sich politisch und machte in mehreren Songs auf Gewalt gegen Frauen und trans Personen aufmerksam.
Für einige Fans steht die "Casita" deshalb im Widerspruch zu den Werten, für die der puerto-ricanische Künstler bislang wahrgenommen wurde. Andere verteidigen das Konzept als Teil einer Show und verweisen darauf, dass die Auswahl der Gäste letztlich eine künstlerische Entscheidung sei. Die Debatte zeigt, wie stark Popstars heute nicht nur an ihrer Musik, sondern auch an den Botschaften gemessen werden, die sie auf und neben der Bühne vermitteln.
Madonna übernimmt Mieten für Musiker in New York
Steigende Mieten, teure Proberäume und immer weniger kreative Freiräume setzen Musikern in New York zunehmend zu. Jetzt greift ausgerechnet eine der bekanntesten Popstars der Welt ein: Madonna übernimmt die Miete für Dutzende Musiker in einem legendären New Yorker Musikgebäude. Die Sängerin hat angekündigt, die Monatsmiete für Mai für alle Musiker zu bezahlen, die aktuell Proberäume im sogenannten Music Building in Manhattan gemietet haben.
Das Gebäude gilt seit Jahrzehnten als eine der wichtigsten Adressen für Bands, Produzenten und Nachwuchskünstler in New York. Die Aktion hat für Madonna eine persönliche Bedeutung. Anfang der 1980er Jahre probte sie selbst dort, lange bevor sie zum Weltstar wurde. In Interviews erinnert sie sich daran, zeitweise sogar in einem der Proberäume gelebt zu haben. Mehrere Bands hätten sich die Räume geteilt, sie selbst habe ihr Kissen neben einem Schlagzeug platziert und dort rund ein Jahr geschlafen – bis sie ihren ersten Plattenvertrag bekam.
Die Unterstützung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Musiker in New York mit steigenden Kosten kämpfen. Das Music Building beherbergt jede Woche rund 100 Bands und gilt als wichtiger Treffpunkt der unabhängigen Musikszene. Viele Künstler sehen die Mietübernahme deshalb als wichtige finanzielle Entlastung. Nach Angaben der Betreiber übernimmt Madonna für jeden gemieteten Raum bis zu knapp 2.000 US-Dollar Monatsmiete. Das entspricht derzeit rund 1.700 Euro.
Für viele Musiker ist das eine spürbare Hilfe, denn Proberäume gehören in New York zu den größten laufenden Kosten. Madonna erklärte, jeden Tag kämen Menschen mit großen Träumen nach New York – oft mit wenig Geld und ohne Kontakte. Die kreative Gemeinschaft und die gegenseitige Unterstützung hätten ihr damals geholfen, ihren Weg zu finden. Für viele Musiker steht deshalb weniger die finanzielle Summe als die symbolische Bedeutung der Aktion im Mittelpunkt: Jemand, der selbst einmal am Anfang stand, unterstützt heute die nächste Generation von Künstlern.
Travis Scott kriegt Shitstorm in der Türkei
In der Türkei sorgen zwei Auftritte von Travis Scott für große Diskussionen auf Social Media. Bei seinem Auftritt in Istanbul war er nur 18 Minuten lang auf der Bühne und wurde anschließend von den Fans ausgebuht. Die Fans waren sauer auf das kurze Set und auf die Verspätung von 1,5 Stunden.
Die Show wurde angekündigt mit den Worten: "Ein Auftritt, der über ein klassisches Konzert hinausgeht!". Es war eine Clubshow und damit viel kleiner, als die Hallen, in denen Travis Scott sonst spielt. Dafür waren die Tickets umso teurer mit knapp 30.000 Lira, das sind umgerechnet knapp 560 Euro. Das ist ungefähr der türkische Mindestlohn von einem ganzen Monat.
Auch bei seinem Auftritt in Izmir einen Tag später konnte er die Fans nicht überzeugen. Es war eher ein DJ Set als ein Konzert, denn er hat nicht selbst gerappt, sondern nur ein paar Songs aufgelegt. Die ganze Show lang hatte er einen Schal vor seinem Gesicht, Sonnenbrille und Kapuze. Deswegen wird auf Social Media auch von "Fake Travis" gesprochen.
In einer Insta-Story hat Travis Scott sich zum Shitstorm geäußert und geschrieben, dass er es kaum erwarten kann, um in die Türkei wiederzukommen und richtig aufzutreten. Er freut sich, die türkischen Fans bald wiederzusehen. Einige Fans fordern aktuell Rückerstattungen vom Veranstalter. Ein Fan hat sogar bei einem Gericht in Istanbul Anzeige erstattet und wirft den Organisatoren des Events Betrug vor. Die Veranstalter sagen, dass nie ein richtiges Konzert angekündigt war, sondern nur eine Club-Show.