Musiker reagieren auf Tod von Jimmy Cliff
Jimmy Cliff gilt als Miterfinder des Reggae. Am Sonntag ist er mit 81 an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Viele Musiker haben auf den Tod reagiert.
Einer der Ersten war der Kölner Reggae-Sänger Patrice. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk bezeichnete er Jimmy Cliff als eines seiner Idole:
"Ich habe viele Festivals mit ihm gespielt und war auch öfters in seinem Studio. Ein sehr, sehr herzlicher Mensch, enorm positiv. Es war auf jeden Fall jemand, der Sachen bewegt und gemacht hat. Er war auch spirituell, hatte Prinzipien und natürlich hoch talentiert und sehr weltoffen." Patrice
Vom Tod Jimmy Cliffs erfuhr die Welt gestern über seinen Instagram-Account durch einen Post seiner Ehefrau. Sie schrieb:
"Ich bin dankbar für seine Familie, Freunde, Künstlerkollegen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben." Latifa Chambers
Unterschrieben hatten auch die beiden Kinder des Musikers. Auf diesen Post reagieren jetzt viele Global Pop-Artists. Der jamaikanische Reggae-Sänger Kabaka Pyramid schreibt: "Absolute Legende – Was hat er für ein Leben gelebt." Bob-Marley-Sohn Ziggy Marley schreibt: "JAH" zu Deutsch: "Gott". Der jamaikanische Dancehall-Sänger Vybz Kartel postet betende Emoji-Hände und eine weiße Taube.
Jimmy Cliff war bekannt als Talentförderer, hat in den Sechzigerjahren auch Bob Marley entdeckt. Darum sind auch die Statements seiner Zöglinge emotional. Zum Beispiel von Sängerin Tessanne Chin aus Jamaika. Sie schreibt:
"Sie haben mein Leben verändert und dafür werde ich Ihnen ewig dankbar sein, Sir." Tessanne Chin
Straßenmusiker Stoptime sind aus Russland geflohen
Stoptime nennen sich drei junge Straßenmusiker aus Russland, die wegen ihren Anti-Kreml-Liedern mehrfach inhaftiert wurden. Laut Medienberichten ist die Band jetzt aus Russland geflohen.
Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf die russischen Zeitungen Fontanka und Kommersant. Demnach sind die 18-jährige Sängerin Diana Loginova und der 22-jährige Gitarrist Alexander Orlov am Sonntag nach mehr als einem Monat Haft aus Russland geflohen. Sie waren im Oktober zusammen mit dem Schlagzeuger der Band festgenommen worden, nachdem ein Video ihres spontanen Auftritts viral gegangen war. Darin haben sie das regimekritische Lied "Swan Lake Cooperative" gespielt. Wo genau sich die Musiker von Stoptime jetzt aufhalten, ist nicht bekannt.
Vorwurf: "Rowdytum"
Die drei wurden mehrfach wegen kleinerer Ordnungsverstöße verurteilt –zum Beispiel das Blockieren eines Metro-Zugangs und wegen sogenanntem "Rowdytum". Bei den Inhaftierungen wird von "Karussell-Verhaftungen" gesprochen. Das heißt: Nach einer kurzen Haft folgt gleich die nächste. Sängerin Loginova erhielt zusätzlich eine Geldstrafe, weil sie angeblich die Armee "diskreditiert" habe.
Kritik von Amnesty International
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Festnahmen - ihr einziger "Verstoß" sei das Singen regierungskritischer Songs. Stoptime ist nicht die erste Band, die wegen Repressionen das Land verlässt. Prominentestes Beispiel ist die regierungskritische Band Pussy Riot. Auch ihre Mitglieder wurden immer wieder verhaftet, sie leben inzwischen im Exil in Europa.
Die Fusion pausiert 2027
Die Fusion legt 2027 eine Pause ein. Das haben die Veranstalter in einem Newsletter bekanntgegeben. Als Grund nennen sie den jährlichen Produktionsdruck, der enorm sei.
Wer den "sehen oder erahnen kann", könne sich vorstellen, dass spätestens nach fünf bis zehn Jahren eine Pause nötig wird. Eine "Kreativpause" soll Raum schaffen, um längere Prozesse anzugehen, Baustellen anzugehen und manche Parameter neu zu justieren. Ganz neu ist das nicht: Schon 2017 hatte das Festival einmal ausgesetzt. Bei einer Veranstaltung dieser Größe – bis zu 70.000 Besucher:innen, internationalen Acts, Theater, Kunst und politische Bildung über mehrere Tage – kann eine Pause viel bewirken.
Bevor es so weit ist, wird vom 24.-28. Juni 2026 noch einmal groß gefeiert. Das Jahr ist für die Fusion ein Besonderes: 2026 markiert das 30. Jubiläum. Im Sommer 1996 hatte ein teil der Crew unter dem Namen "U-Site" zum ersten Mal Bass auf das frühere russische Militärflugplatzgelände gebracht. Aus dem kleinen Treffen entwickelte sich ein Jahr später die erste Fusion – und über drei Jahrzehnte hinweg ein Freiraum für Musik, Kunst und Gegenkultur.
Im Newsletter findet sich auch ein deutlicher politischer Ton. Die Veranstalter äußern Sorgen über die zunehmende Militarisierung in Deutschland. Sie befürchten, dass ehemalige Militärflächen künftig wieder stärker in den Fokus der Bundeswehr geraten könnten – auch das Gelände in Lärz. Bestätigt ist das nicht, es bleibt eine Befürchtung. Dennoch positioniert sich die Fusion klar: Man wolle den Ort als kulturellen Raum verteidigen – gegen Krieg, Militarisierung und Faschismus.