Thundercat: "Distracted"

Thundercat – "Distracted"

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Auf "Distracted" bleibt Thundercats Bass weitestgehend im Hintergrund, dafür gibt’s verspielten Retro-Soul-Pop. Hilfe und Inspiration bekommt er von Star-Produzent Greg Kurstin, Rap-Stars wie A$AP Rocky und "Star Wars".

Von Marc Mühlenbrock

Thundercat: "Distracted"

COSMO Album der Woche 06.04.2026 02:44 Min. Verfügbar bis 06.04.2027 COSMO


Der beste Bassist der Welt. Dieser Satz fällt meist, wenn man über Thundercat spricht. Auch wenn Musik kein Wettbewerb ist – ja, er ist ganz oben dabei. Das wissen auch unter anderem Kendrick Lamar, Kaytranada, SZA, Travis Scott, die Gorillaz, Snoop Dogg, Childish Gambino, Pharrell Williams, George Clinton, Tyler, the Creator, Kali Uchis, Danny Brown, Justice, Erykah Badu, Denzel Curry, Kamasi Washington oder ganz zu Anfang die Metal-Band Suicidal Tendencies – mit ihnen allen hat er schon gearbeitet, als Bassist oder Produzent.

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In solchen Kollaborationen hat Thundercat meist sehr songdienlich gespielt, auf seinen eigenen vier Alben hat er sein Können auch mal ausgepackt in ausufernden Bass-Soli. Auf Album seinem Nummer 5, "Distracted", gibt’s dies nur im Finale des Tracks "A.D.D. Through the Roof".

Star-Produzent Greg Kurstin regelt

Mitverantwortlich für den stärkeren Fokus auf den Song war sicherlich auch Greg Kurstin. Der ist einer der angesagtesten Popmusik-Produzenten der Welt, bekannt durch seine Arbeit mit unter anderem Adele, Sia, Pink, Paul McCartney oder den Foo Fighters. Auch für "Distracted" hatte Kurstin nun viel Pop in petto – ohne dass dabei der funky Retro-Soul verloren geht, für den Thundercat so bekannt ist.

Beide zusammen produzierten den Großteil des Albums. Bei anderen Songs saßen Tame Impala, der auf "No More Lies" auch gleich als Feature-Gast aktiv wurde, HipHop- und Indie-Produzent Kenny Beats und Thundercats alter Freund und Labelchef, der Elektronik-Musiker Flying Lotus an den Reglern. Der hatte ihn einst überredet, vom Bass auch mal nach vorn ans Mikro zu treten – eine weise Entscheidung, denn Thundercat hat eine glockenhelle Gesangsstimme.

Space Sounds & Star Wars

Den meisten Raum für Thundercats Engelsstimme gibt "What Is Left to Say", eine wunderschöne 60er-Soul-Ballade, produziert von erwähntem Kenny Beats. Auf dem ebenso anmutigen "Walking On the Moon" fliegen wir mit Thundercat auf den Mond, auf "Anakin Learns His Fate" lässt er den Star-Wars-Fan in ihm frei.

Seit seiner Kindheit ist Thundercat Riesen-Fan der Space Saga, seinen ersten Grammy nahm er 2016 sogar mit Lichtschwert am Gürtel in Empfang, als Lohn durfte er 2022 in der Spin-Off-Serie "Das Buch von Boba Fett“ mitspielen. Auf "Anakin..." sinniert er über den zentralen Charakter von Star Wars – Anakin Skywalker alias Darth Vader – und vergleicht sich mit ihm.

Funny Freunde als Gast-Stars

Für viele der restlichen Tracks kommen ihm sein guter Ruf und seine umgängliche Art zu Nutze: Thundercat hat sehr viele Freunde in der Musikszene, vor allem im HipHop. Auf dem neuen Album rappt A$AP Rocky auf dem wave-poppigen "Funny Friends", Channel Tres aus seiner alten Heimat Compton flüstert lasziv auf dem housigen "This Thing We Call Love" und Will Smiths Tochter Willow sorgt für den größten Pop-Moment des Albums mit "ThunderWave".

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Am beeindruckendsten ist aber sicherlich der Gastauftritt des verstorbenen Mac Miller. Ein enger Freund von Thundercat, mit dem er vor dessen Tod den rasanten R'n'B-Pop-Song "She Knows Too Much" aufnahm. Trotz der vielen Gäste und Produzenten wirkt "Distracted" wie aus einem Guss. Dank Thundercats Vision und Produktion, seiner Stimme und seinem E-Bass. Der Titel bezieht sich übrigens auf all die Dinge, die uns ablenken, aber eigentlich belanglos sind – das Album selbst gehört nicht dazu.