Nach Wahlpanne: OB-Stichwahl in Mülheim soll neu ausgezählt werden

02:30 Min. Verfügbar bis 02.10.2027

Neuauszählung in Mülheim: Kein Einspruch der Kommunalaufsicht

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Die Stichwahl für das Oberbürgermeisteramt in Mülheim muss komplett neu ausgezählt werden. Die Kommunalaufsicht hat der Entscheidung des Wahlausschusses der Stadt nicht widersprochen.

Nach Angaben der Bezirksregierung in Düsseldorf steht der neuerlichen Auszählung der Stimmen am Dienstag nichts mehr im Wege. Die Kommunalaufsicht habe die Bedenken gegen die Auszählung des Mülheimer Wahlleiters und der CDU zur Kenntnis genommen. Sie habe aber in diesem Stadium des Wahlverfahrens keinerlei Einspruchsmöglichkeiten gegen die Entscheidung des Mülheimer Wahlausschusses.

Der Wahlausschuss der Stadt Mülheim hatte am Donnerstagvormittag (02.10.) mit einer politischen 7:4 Mehrheit beschlossen: Nach der Wahlpanne werden alle Stimmen neu ausgezählt. Nur die CDU war dagegen.

Wahlleiter: "Neuauszählung wahlrechtswidrig"

"Ich als Wahlleiter bin der Meinung, dass eine Neuauszählung wahlrechstwidrig ist", sagte David Lüngen im Anschluss an die Sitzung. Darin machte er deutlich, dass es schließlich nur einen Stimmbezirk gegeben habe, in dem etwas falsch gelaufen sei. Weil rechtlich aber nicht klar war, ob die Voraussetzungen gegeben sind, ließ der Wahlleiter und Stadtdirektor David Lüngen die Kommunalaufsicht in Düsseldorf die Entscheidung prüfen

Politiker "wollen Klarheit"

Für die SPD saß unter anderem Daniel Mühlenfeld im Wahlausschuss - er hatte immer wieder gefordert, dass "auch im Sinne der Demokratie" neu ausgezählt wird. Und er führte an, dass es aus seiner Sicht in mehreren Bezirken Unstimmigkeiten gegeben habe, die Anlass geben, alles durchzusehen.

Auch die Grünen, die FDP und Eva-Annette Klövekorn von der Mülheimer Bürgerinitiative (MBI) sind für eine Neuauszählung.

Nach der Sitzung war auch Nadia Khalaf von der SPD im Rathaus. Sie hofft auf die Neuauszählung, betont aber auch, dass es ihr nicht darum gehe, noch zu gewinnen. "Mir geht es darum, Politikverdrossenheit nicht zu schüren."

Wahlhelfer für Neuauszählung der Stichwahl gesucht

Der Stadtdirektor hatte trotz seiner Bedenken angekündigt, für eine Neuauszählung sofort alles vorzubereiten. Betroffen sind 153 Wahlbezirke, die Stadt sucht jetzt 200 Wahlhelfende für die Auszählung. Er hofft, dass dann bis kommenden Dienstag, 07.Oktober, alles gelaufen ist. Um 18 Uhr an dem Abend soll dann der Wahlausschuss erneut zusammenkommen, um das das Endergebnis der Stichwahl zu bestätigen.

Am Wahlsonntag lag noch die SPD-Kandidatin Nadia Khalaf mit 67 Stimmen vorn

Noch am Wahlsonntag siegte die SPD-Kandidatin Nadia Khalaf nach der Stimmauszählung mit 67 Stimmen Vorsprung. Doch dann kam am Montag alles anders. Bei einer Routineprüfung waren Unregelmäßigkeiten in einem Wahlbezirk im Stadtteil Holthausen aufgefallen. Nachdem nur der Bezirk neu ausgezählt wurde, stand vorläufig fest: Marc Buchholz von der CDU bleibt doch Oberbürgermeister.

Nadia Khalaf forderte Neuauszählung aller Stimmen

Schon direkt nach der Wahlpanne in Mülheim forderte Nadia Khalaf von der SPD eine komplette Neuauszählung. Das sei wichtig, um zu verhindern, dass noch mehr Vertrauen in die Politik verloren gehe, sagte sie im Gespräch mit dem WDR.

Nadia Khalaf von der SPD vor dem Rathaus Mülheim

Nadia Khalaf, SPD, war 24 Stunden lang Oberbürgermeisterin

Als "ein Wechselbad der Gefühle" beschrieb Nadia Khalaf ihre Stimmung zwei Tage nach der Stichwahl. "Das ist natürlich ein Auf- und Ab und alles nicht so einfach." Khalaf wollte durch den Wahlausschuss am Donnerstag insbesondere prüfen lassen, wie es zu der Wahlpanne kommen konnte.

Stimmen in Mülheim-Holthausen am Wahlabend falsch zugeordnet

Das Ergebnis des Briefwahlbezirks war falsch zugeordnet worden. Danach wurden der SPD-Bewerberin Nadia Khalaf Stimmen zugeordnet, die eigentlich Amtsinhaber Marc Buchholz von der CDU zustehen. Das bestätigte die Stadt Mülheim am späten Montagnachmittag (29.09.2025).

Bei der Auszählung der Stimmen zur Stichwahl (...) ist es bei einer routinemäßigen Überprüfung des Wahlergebnisses auf Plausibilität zu einer Auffälligkeit in einem Briefwahlbezirk gekommen. Die Stimmen wurden im betroffenen Bezirk vertauscht. Stadt Mülheim

Stadtdirektor David Lüngen berichtete auf WDR-Anfrage, dass es in dem fraglichen Stimmbezirk den Verdacht auf Ungereimtheiten gab: "Es war tatsächlich so, dass wir (...) das Gefühl hatten, da könnte vielleicht etwas nicht so ganz passen. Wir sind heute ins Wahllager gegangen. Ich habe zugestimmt, dass wir das Wahlsiegel gebrochen haben und mit einem Team von Verwaltungsmitarbeitern haben wir nochmal neu ausgezählt." Dabei habe sich herausgestellt, dass die Stimmen unterschiedlich zugeordnet worden seien.

Neuauszählung in Mülheim: Kein Einspruch der Kommunalaufsicht

WDR Studios NRW 06.10.2025 00:27 Min. Verfügbar bis 06.10.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Stadt Mülheim
  • Recherchen der WDR-Reporter
  • NRWSPD
  • Wahlausschuss Mülheim
  • Presseagentur dpa

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