Mit Beginn der Spielzeit 26/27 tritt Marie Jacquot als Chefdirigentin des WDR Sinfonie-orchesters an. Gleichermaßen auf der Konzert- wie der Opernbühne zu Hause, hat sich die gebürtige Pariserin innerhalb weniger Jahre international einen Namen gemacht. Seit 24/25 ist sie Chefdirigentin des Royal Danish Theatre Copenhagen. Im Jahr zuvor wurde sie zur Ersten Gastdirigentin der Wiener Symphoniker ernannt, mit denen sie seitdem in Konzerten im Wiener Konzerthaus, im Musikverein Wien, bei den Bregenzer Festspielen und auf Tournee zu erleben war.
Dank ihrer Entdeckungsfreude und Offenheit verfügt sie über ein breites Repertoire von Purcell bis zu zeitgenössischer Musik. Musikalische Tiefe, konsequente Arbeit und packende Gestaltung zeichnen dabei Marie Jacquot als Dirigentin aus. Zu ihren herausragenden Erfolgen in letzter Zeit zählen die enge Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Dresden sowie die vielbeachtete Neuproduktion von Albéric Magnards "Guercœur" an der Oper Frankfurt. Bei den BBC Proms 2025 gab sie ihr Debüt beim BBC Symphony Orchestra. Regelmäßig dirigiert Marie Jacquot Spitzenorchester in Europa, den USA und Asien, etwa das Cleveland Orchestra, das Orchestre National de France, das Oslo Philharmonic, das Swedish Radio Symphony Orchestra, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Orchestre Symphonique de Montreal und das Yomiuri Nippon Symphony Orchestra. In der Saison 25/26 debütierte sie am Royal Opera House in London mit Mozarts "Zauberflöte" und leitete an der Semperoper in Dresden Poulencs "Dialogues des Carmélites" sowie in Kopenhagen die Neuproduktion von Richard Strauss‘ "Rosenkavalier".
Im sinfonischen Repertoire hegt sie eine besondere Leidenschaft für Anton Bruckner und Richard Strauss. Gleichermaßen finden sich Werke von Mozart, Beethoven und Mendelssohn Bartholdy, Poulenc und Strawinsky, Saint-Saëns und Ravel in ihren Konzertprogrammen, ebenso Entdeckungen von Augusta Holmès, Marc-André Dalbavie oder Kristine Tjøgersen. Kommende Debüts führen sie zum Tonhalle-Orchester Zürich, zur Filarmonica della Scala nach Mailand, zum Orchestre de Paris und zur San Francisco Symphony.
Nach einem Posaunenstudium in Paris studierte Marie Jacquot Dirigieren in Wien und Weimar und war Stipendiatin des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats. Die Bayerische Staats-oper engagierte sie 2016 als Assistentin von Kirill Petrenko. Anschließend dirigierte sie zwei eigene Produktionen bei den Münchner Opernfestspielen. Ihre erste feste Stelle führte Marie Jacquot von 2016 bis 2019 nach Würzburg als Erste Kapellmeisterin und Stellvertretende Generalmusikdirektorin. Anschließend war sie drei Jahre lang Kapellmeisterin an der Deutschen Oper am Rhein. 2024 wurde sie als "Revelation" in der Kategorie "Chef d’orchestre" bei den 31. "Victoires de la Musique Classique" ausgezeichnet.