Ein herrenloser Koffer hat den Bonner Hauptbahnhof siebe Stunden lang lahm gelegt.
Ein herrenloser Koffer sowie eine Tasche waren dem Personal eines Rhein-Ruhr-Express aufgefallen. Sprengstoff-Experten der Bundespolizei untersuchten beide noch im Zug - bis zum frühen Freitagmorgen.
Der Einsatz begann bereits am frühen Donnerstagabend. Um kurz nach 19 Uhr war der Zug in den Bonner Hauptbahnhof eingefahren. Dort sollte er lange stehenbleiben.
Auch Entschärfer halten Koffer für verdächtig
Zunächst nahmen vom Zugpersonal alarmierte Bundespolizisten Koffer und Tasche in Augenschein. Um dann Sprengstoff-Experten zur Hilfe zu holen. Auch die Entschärfer hielten den Koffer für verdächtig und potentiell gefährlich, da er offenbar mit einer Stromquelle verbunden war.
Zunächst wurden drei Gleise, später der ganze Hauptbahnhof gesperrt. Überall Flatterband, überall Beamte – von Bundes- und Landespolizei, dazu Feuerwehr und Rettungsdienst.
Chaos im linksrheinischen Bahnverkehr
Kein Zug konnte den Bonner Hauptbahnhof mehr anfahren. Das sorgte für Chaos. Von Köln nach Koblenz kam es ebenso zu Teilausfällen, wie auf der Strecke zwischen Bonn und Euskirchen. Es gab nur teilweise einen Ersatzverkehr. Fahrgäste, die in Richtung Köln wollten, mussten auf die Stadtbahnlinien 16 und 18 ausweichen.
Immer wieder untersuchten die Sprengstoff-Spezialisten die Gepäckstücke. Vor allem der Koffer, offenbar ein Hartschalenkoffer, machte ihnen zu schaffen.
Entwarnung nach Stunden
Erst nach fast sieben Stunden: Entwarnung. In dem Koffer und der Tasche befand sich normales und völlig ungefährliches Reisegepäck.