Erhebliche Auswirkungen: Sperrung der Bonner Nordbrücke für Lkw
Lokalzeit aus Bonn. 12.12.2025. 01:56 Min.. Verfügbar bis 12.12.2027. WDR. Von Jörg Sauerwein.
Als der Bonner Spediteur Frank Herschel von der Sperrung erfuhr, war das für ihn ein Schock. Das werde gravierende Auswirkungen für sein Unternehmen haben. Denn der Großteil seiner mehr als 50 Lastwagen wiegt mehr als 7,5 Tonnen und muss die Nordbrücke voraussichtlich ab Mitte Januar umfahren.
Ermüdungserscheinungen sind das Problem
Nach Angaben der Autobahn GmbH kommen gleich drei verschiedene Gutachter zum selben Ergebnis: Die Ermüdungserscheinungen des rund 600 Meter langen Teils im Bonner Stadtteil Auerberg sind so massiv, dass Lkw und Busse runter von der Brücke müssen.
Man kann sich das vorstellen wie bei einer Büroklammer, die man immer wieder biegt und biegt. Und irgendwann bricht sie. Und damit wir diesen Zustand des Brechens nicht bekommen, nehmen wir jetzt die schweren Lkw runter. Sabrina Kieback, Sprecherin Autobahn GmbH
Noch unklar, ob Reparatur möglich
Derzeit suchen die Brückenfachleute noch nach technischen Lösungen, um die Brücke zu verstärken. Ob das aber überhaupt möglich ist, sei noch unklar, erklärt Sabrina Kieback von der Autobahn GmbH. Denn es bestehe die Gefahr, mit einer Verstärkung an der einen Stelle dann an anderer Stelle ein größeres Problem zu bekommen.
Hiobsbotschaft für staugeplagte Region
Ab Januar dürfen hier keine Fahzeuge über 7,5 Tonnen mehr fahren
Schon jetzt gehören Staus in und um Bonn zum Alltag. Die IHK Bonn/Rhein-Sieg bezeichnet die angekündigte Sperrung als Hiobsbotschaft vor allem für den Güterverkehr. Jetzt sei es besonders wichtig, dass der Bund so schnell wie möglich einen Ersatzbau für die Brücke realisiere. Wann aber ein Ersatz für die schon seit Jahren marode Nordbrücke kommen soll, ist derzeit noch unklar.
Stadt Bonn wurde völlig überrascht
Bei der Stadt Bonn hatte niemand mit dieser unangenehmen Überraschung vor Weihnachten gerechnet. Man rechnet jetzt mit erheblichen Auswirkungen auch auf den innerstädtischen Verkehr. Die Stadt will sich jetzt mit der Autobahn GmbH und anderen Beteiligten zusammensetzen, um nötige Maßnahmen zu klären. Denn noch ist zum Beispiel unklar, welche Umleitungen es geben soll oder wie man schwere Lkw an der Nutzung der Brücke hindern will.
Wegen Sperrung drohen hohe Zusatzkosten für Spedition
Auch der Spediteur Frank Herschel muss sich jetzt den Kopf zerbrechen, wie er mit der Sperrung umgeht. Denn bisher nutzen nach seinen Angaben täglich etwa seiner 30 Lkw die Nordbrücke, um vor allem Baustoffe zu Kunden zu transportieren.
Künftig müssten sie über die Kennedybrücke oder Südbrücke ausweichen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch mehr Geld für Maut und Sprit. Der Spediteur schätzt, dass ihn die Sperrung mindestens 10.000 Euro im Monat kosten wird.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter im Gespräch mit Sabrina Kieback, Autobahn GmbH
- WDR-Reporter im Gespräch mit Frank Herschel
- IHK Bonn/Rhein-Sieg
- Stadt Bonn
Sendung: WDR2, Lokalzeit Köln/Bonn, 12.12.2025, 16:31 Uhr