Ein barrierefreier Fernzug, stabile Preise, mehr Direktverbindungen aus NRW in andere große Städte. Bei der Bahn ist das neue Fahrplan-Jahr mit vielen Versprechungen gestartet - und der Aussicht auf viele Baustellen.
Zusätzliche Verbindungen nach Belgien
Nach Brüssel und Frankfurt fährt jeden Abend ein zusätzlicher Zug. Ab dem Sommer soll auch der Brüsseler Flughafen sowie die bei Touristen beliebte belgische Hafenstadt Antwerpen direkt mit einem ICE aus Deutschland erreichbar sein.
Reisende Richtung Alpen steigen weniger um
Bei Reisen in die Alpen sind weniger Umstiege nötig: Einige der ICE, die aus Münster und dem Ruhrgebiet nach Basel fahren, werden mit dem neuen Fahrplan weiter bis nach Bern, Zürich, Chur und Brig geleitet. Auch nach Hamburg und Süddeutschland setzt die Bahn mehr Züge ein.
Einige Einschränkungen in Ostwestfalen
Kürzungen bekommt etwa Ostwestfalen zu spüren: Dort halten abends die späten ICE-Züge aus Berlin und Hannover nicht mehr alle in Minden, Herford und Gütersloh. Dafür seien sie aber 25 Minuten schneller in Düsseldorf, teilte die Bahn mit.
2026 gibt es mehrere Großbaustellen im Schienennetz
Duisburg-Essen: Sieben Wochen Stillstand ab 9. Januar
Auch im Ruhrgebiet brauchen Bahnreisende viel Geduld und Alternativen. Sieben Wochen lang wird die für Fern- und Regionalzüge wichtige Verbindung zwischen Duisburg und Essen ab 9. Januar gesperrt. Grund sind Arbeiten am Autobahnkreuz Kaiserberg, das in Duisburg über acht Bahngleise führt.
Strecke Köln-Wuppertal-Hagen fünf Monate gesperrt
Von 6. Februar bis 10. Juli 2026 müssen sich Reisende im Fernverkehr auf Umleitungen und Ausfälle einstellen. Pendler, die ansonsten die stark befahrene Strecke Köln-Wuppertal-Hagen nutzen, können auf Ersatzbusse umsteigen. Die Arbeiten sind Teil der bundesweiten Generalsanierung des Schienennetzes.
Kölner Hauptbahnhof erneut im Frühjahr gesperrt
Im Frühjahr fahren keine Fern- und Regionalzüge durch den Hbf Köln
Der Kölner Hauptbahnhof wird im Frühjahr noch einmal gesperrt, um ein neues Stellwerk in Betrieb zu nehmen. Und von Juli bis Dezember wird an der rechtsrheinischen Strecke von Troisdorf über Bonn und Koblenz bis nach Wiesbaden gebaut - mit entsprechenden Umleitungen.
Bahn strebt bessere Kommunikation an
"Das Tal der Tränen dauert noch an, deswegen muss das Sofortprogramm für die Kunden greifen", sagt Martin Burkert von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) im WDR-Interview. Es gebe 28.000 Baustellen auf 36.000 Kilometern Schiene in Deutschland. Und tatsächlich bemüht sich die Bahn um Nachbesserungen.
Barrierefrei in den ICE einsteigen
Die Strecke Köln-Berlin ist die erste in Deutschland, auf der die neuen ICE-L-Züge eingesetzt werden. Hier ist der barrierefreie Einstieg ohne Treppen möglich. Am Sonntag kommt der erste um 12.09 Uhr in Köln an und fährt um 15.36 Uhr zurück nach Berlin. Später sollen es mehr moderne Züge werden.
ICE L fährt etwas langsamer
Der ICE L ist nicht mit höchster Geschwindigkeit unterwegs. Er darf nicht mit maximal 300, sondern nur mit bis zu 230 Kilometern pro Stunde durchs Land fahren. Zum Beispiel Richtung Oberstdorf in den Alpen oder an die Nordsee nach Sylt. Eingesetzt wird er dort aber erst ab dem kommenden Sommer.
S6 zwischen Essen und Düsseldorf fährt wieder
Nach fast zwei Jahren Pause fahren wieder Züge auf einer weiteren wichtigen Pendler-Strecke zwischen Essen und Düsseldorf: Seit Anfang 2024 hatte ein Hangrutsch dort die S6 lahmgelegt. Mit dem Fahrplanwechsel hat die Bahn den Betrieb nun wieder aufgenommen.
Keine Zugausfälle mehr wegen fehlender Lokführer
Im vergangenen Jahr war mehr als jeder 20. Zug in NRW kurzfristig ausgefallen - oft war fehlendes Personal der Grund. Jetzt hat sich die Personalsituation so weit stabilisiert, dass überall wieder der reguläre Fahrplan ohne Ausdünnung gelten soll.
Unsere Quellen:
- Martin Burkert von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)
- dpa
- Pressestelle Bahn Düsseldorf
Sendung: WDR 5, Morgenecho, 12.12.2025, 6:05-9:45 Uhr