Der verengte Bereich der Baustelle an der Anschlussstelle Königsdorf
A4 nach Köln : Pendler ächzen - Anschlussstelle immer noch nicht fertig
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Die Anschlussstelle Frechen-Königsdorf soll Autofahrern künftig die Auffahrt auf die A4 in Richtung Köln und die Abfahrt aus Richtung Köln ermöglichen. Nach jahrelangen Verzögerungen geht das Projekt nun in eine entscheidende Bauphase. Straßen NRW hält weiterhin an einer Fertigstellung Anfang 2028 fest.
Zur Fußball-WM 2006 wurde die halbe Anschlussstelle Frechen-Nord fertiggestellt. Seitdem können Autofahrer aus Richtung Aachen abfahren und in Richtung Aachen auffahren. Schon damals war von einer weiteren Anschlussstelle in Frechen-Königsdorf die Rede.
Sie soll das Gegenstück bilden: Künftig sollen Autofahrer dort in Richtung Köln auf die A4 auffahren und aus Richtung Köln kommend abfahren können. Die Planungen wurden 2011 genehmigt, die eigentlichen Bauarbeiten begannen jedoch erst 2016.
Corona, Hochwasser und Lieferprobleme
Der Bau der Anschlussstelle gilt als technisch anspruchsvoll, obwohl die neue Trasse nur rund 800 Meter lang ist. Insgesamt müssen drei Brücken entstehen: über die Bahnstrecke Köln-Aachen, über die A4 und über einen Wald- und Wanderweg.
Eigentlich war den Pendlern schon um die Jahrtausendwende eine Anschlussstelle versprochen worden.
Während die Brücke über den Wald- und Wanderweg bereits nach zwei Jahren fertiggestellt werden konnte, kam es bei den weiteren Bauwerken immer wieder zu Verzögerungen. Die Corona-Pandemie bremste die Arbeiten, später führte die Flutkatastrophe 2021 dazu, dass Personal und Kapazitäten für dringend notwendige Reparaturen an zerstörter Infrastruktur in anderen Regionen eingesetzt wurden.
Im Oktober 2025 teilte Straßen NRW mit, dass der Bauablauf für die Brücken über die Bahntrasse und die A4 angepasst werden müsse. Gleichzeitig wurde ein neuer Fertigstellungstermin genannt: Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028.
Mauereidechsen tauchten im Baugebiet auf
Zusätzliche Probleme bereiteten Mauereidechsen, die im Baufeld entdeckt wurden. Da die Tiere unter Artenschutz stehen, musste zunächst ein Fachbüro Lösungen erarbeiten.
Nach Angaben der Verantwortlichen gingen dadurch weitere rund anderthalb Jahre verloren.
"Wir haben Zäune aufgestellt, damit die Mauereidechsen nicht mehr ins Baufeld können. Die Echsen werden regelmäßig eingesammelt und im Nahbereich ausgesetzt, so können wir an der Trasse weiterbauen." Torsten Gaber, Sprecher Straßen NRW
Jetzt stehen wichtige Bauarbeiten an
Die Bauverzögerungen stoßen bei Autofahrern und den Königsdorfer Bürgern gleichermaßen auf wenig Gegenliebe. Im Frechener Stadtteil haben die Anwohner die Geduld mit der Baustelle verloren. "Wenn man da vorbeikam, war nie jemand zu sehen", lautete eine häufig geäußerte Klage. Doch jetzt tut sich was. Denn direkt neben der A4 wird derzeit ein Bauplatz eingerichtet. In den kommenden Tagen werden Bauteile für die neue Brücke angeliefert und montiert.
Noch vor den Sommerferien soll die A4 zwischen Frechen-Nord und dem Autobahnkreuz Kerpen vollständig gesperrt werden. Dann wollen die Bauarbeiter ein rund 300 Tonnen schweres Brückenteil mit Schwerlastkränen einheben. Parallel dazu laufen Arbeiten an der Bahnbrücke.
Im Herbst soll außerdem die Aachener Straße (L361) zwischen Kerpen-Horrem und Frechen-Königsdorf gesperrt werden. Dort sind der Bau eines Kreisverkehrs sowie die Sanierung der Straße vorgesehen.
Kosten für Anschlussstelle explodiert
Im Herbst wird dann die Aachener Straße, die L361, zwischen Kerpen-Horrem und Frechen-Königsdorf gesperrt. Dann wird dort ein Kreisverkehr angelegt und die Landstraße in dem Abschnitt saniert. Schließlich soll im kommenden Jahr dann die Zufahrtsstraße fertiggestellt werden.
Durch die erheblichen Verzögerungen sind die Kosten für den Bau der Anschlussstelle nahezu explodiert. Anfangs war noch von etwa acht Millionen Euro die Rede. Nun rechnet Straßen NRW mit circa 37 Millionen Euro. Am Termin der Fertigstellung hält man jedoch fest - spätestens Anfang 2028 sollen die ersten Autos über die neue Zufahrt auf die A4 in Richtung Köln auffahren. Auf der Aachener Straße in Frechen-Königsdorf könnte es dann endlich ruhiger werden.
Unsere Quellen:
- Straßen NRW
- Gespräche mit Anwohnern vor Ort
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 01.06.2026, 17.31 Uhr
