ADAC: Plötzliche Vollsperrung der Bonner Nordbrücke wäre Katastrophe

Lokalzeit aus Bonn 06.11.2025 02:22 Min. Verfügbar bis 06.11.2027 WDR Von Jörg Sauerwein

ADAC: Plötzliche Vollsperrung der Bonner Nordbrücke wäre Katastrophe

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Was ist, wenn die marode Bonner Nordbrücke plötzlich voll gesperrt würde? Eine Modellstudie des ADAC spricht von riesigen Schäden.

Die 1967 erbaute Bonner Nordbrücke ist seit vielen Jahren eine Baustelle und immer wieder werden neue Schäden entdeckt. Die maximale Lebensdauer der Brücke ist im Jahr 2034 erreicht, so die Einschätzung der Autobahn GmbH noch vor einigen Monaten.

Wie lange hält die Brücke noch?

Aber wie bei vielen maroden Bauwerken ist auch bei dieser Autobahnbrücke (A565) nicht völlig auszuschließen, dass sie irgendwann voll gesperrt werden muss. Ingenieure haben für den ADAC bei fünf deutschen Autobahnbrücken (Bonn, Hamburg, Regensburg, Heilbronn und Leipzig) anhand eines so genannten Netzmodells untersucht, welche Folgen das hätte.

"Jede zehnte Brücke ist so marode, dass sie eigentlich schon auf der Intensivstation liegt." Prof. Roman Suthold, ADAC-Verkehrsexperte

Von den rund 6.000 Brücken in NRW müssen 30 Prozent saniert werden, sagt der ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold. Die Bonner Nordbrücke gehört dabei zu den besonders schwierigen Fällen. Denn sie ist nicht nur so angeschlagen, dass auch Sanierungsmaßnahmen die Lebensdauer nicht mehr ausreichend verlängern können. Die Folgen eines Ausfalls hätten auch massive Folgen.

Großer volkswirtschaftlicher Schaden

Für die Bonner Nordbrücke kommen die Ingenieure zu dem Ergebnis, dass allein der volkswirtschaftliche Schaden bei mehr als 170 Millionen Euro pro Jahr läge. Denn im Falle einer Sperrung würden die mehr als 100.000 Auto- und Lkw-Fahrer die bisher täglich über die Brücke fahren zum Beispiel weiträumig auch auf den südlichen Kölner Autobahnring ausweichen. Dort wären noch mehr Staus als schon bisher die Folge.

ADAC fordert Konsequenzen

Außerdem würden im Falle der Sperrung der Nordbrücke dann durch den Ausweichverkehr andere Brücken stärker als bisher belastet. Das hätte wiederum auch negative Folgen für deren Lebensdauer. Deshalb fordert der ADAC, dass die finanziellen Mittel aus dem Sondervermögen schnellstmöglich genutzt werden. Außerdem solle der Bund die Ausgaben für die Sanierung und Erneuerung von Brücken noch erhöhen.

ADAC: Plötzliche Vollsperrung der Bonner Nordbrücke wäre Katastrophe

WDR Studios NRW 06.11.2025 00:51 Min. Verfügbar bis 06.11.2027 WDR Online

Bonner Brückenzukunft noch ungewiss

Für Bonn wünscht man sich beim ADAC den "schnellstmöglichen Bau einer Ersatzbrücke". Planung und Ausführung werden in jedem Fall allerdings noch Jahre dauern. Und auch um einen Neubau gibt es noch Diskussionen, zum Beispiel bei der Frage, ob er vierspurig wie bisher oder sechsspurig werden soll.

Eine weitere mögliche Verzögerung könnte der Denkmalschutz werden. Denn vor einigen Monaten erst hatte das Rheinische Amt für Denkmalpflege gefordert, dass die bestehende Nordbrücke unter Denkmalschutz gestellt werden sollte. Das könnte die Pläne für eine neue Brücke durchkreuzen

Unsere Quellen:

  • ADAC
  • Autobahn GmbH des Bundes
  • LVR Rheinisches Amt für Denkmalpflege

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