Blick durch Gebüsch auf ein Einfamilienhaus.

Eingesperrtes Mädchen in Attendorn: Prozess startet Anfang 2026

Stand:

Der Prozess zum Fall eines mutmaßlich eingesperrten Mädchens in Attendorn startet Anfang 2026. Das teilt jetzt das Landgericht Siegen mit. Die Mutter und die Großeltern sind angeklagt.

Drei Jahre ist es jetzt her, dass ein heute elfjähriges Mädchen entdeckt wurde, das die Mutter und auch die Großeltern mütterlicherseits jahrelang versteckt haben soll. 2022 hatte das Jugendamt zusammen mit der Polizei das Mädchen aus dem Haus befreit, in dem es offenbar festgehalten wurde.

Umzug vorgetäuscht

Das Mädchen sei bereits mit zwei Jahren versteckt und eingesperrt worden sein. Die Eltern lebten zu diesem Zeitpunkt schon getrennt, der Vater wollte ein gemeinsames Sorgerecht für das Kind. Laut Staatsanwaltschaft habe die Mutter jedoch einen Umzug nach Italien vorgetäuscht und dem Vater jeglichen Kontakt verweigert. Als die Behörden in Italien bestätigten, dass die Mutter nie an der angegebenen Adresse gewohnt hat, konnte die Polizei und das Jugendamt eingreifen.

Anklage gegen Mutter und Großeltern

Ob es zu einer Anklage in diesem Fall kommen würde, war lange unklar. Der Mutter wird jetzt Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht sowie Freiheitsberaubung vorgeworfen. Außerdem ist sie wegen Entziehung Minderjähriger, Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen angeklagt.

Den Großeltern wird die Beihilfe zu diesen Taten vorgeworfen. Insbesondere wird ihnen vorgeworfen, ihrer Tochter das Haus zur Verfügung gestellt zu haben, um das Mädchen zu verstecken. Und, dass sie die Lüge der Mutter, das Kind lebe in Italien, verbreitet haben sollen.

Eingesperrtes Mädchen: Prozess startet Anfang 2026

WDR Studios NRW 30.10.2025 00:19 Min. Verfügbar bis 30.10.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Landgericht Siegen

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