Busfahrer aus dem Kosovo lösen Personalnot
Lokalzeit Südwestfalen. 28.05.2025. 03:14 Min.. Verfügbar bis 28.05.2027. WDR. Von Mike Külpmann.
Das Ganze begann vor etwa zwei Jahren. Zu diesem Zeitpunkt fielen auf den Buslinien der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe jeden Tag mehr als 100 Fahrten aus. Grund war akuter Fahrermangel. – Ein bundesweites Problem, das die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd trotz Werbekampagnen auf dem heimischen Arbeitsmarkt nicht lösen konnten.
"Westbalkanregelung"
Prokurist Stephan Boch entdeckte die Kampagne des Auswärtigen Amtes
Da stieß Prokurist Stephan Boch im Internet auf eine Kampagne des Auswärtigen Amtes. Unter der Überschrift "Westbalkanregelung" vereinfacht sie das Anwerben von Arbeitskräften unter anderem aus Serbien, Albanien und eben dem Kosovo.
Bei den VWS arbeiteten bereits Fahrer aus Kosovo. Sie ließen ihre Kontakte in die alte Heimat spielen. Dort sprach sich schnell herum, dass man als Busfahrer in Deutschland gutes Geld verdienen kann.
Auswanderung binnen sechs Wochen
"Fast ein halbes Jahr dauerte es am Anfang, um alle Papiere zusammen zu haben", erinnert sich Stephan Boch.
Aber inzwischen kennt man uns beim deutschen Konsulat in Kosovo, und Arbeitserlaubnis und Visum sind in sechs Wochen da. Stephan Boch, Prokurist VWS
Viele Fahrten der VWS mussten ausfallen wegen Fahrermangels
Inzwischen haben die VWS rund 20 Busfahrer aus dem Kosovo. Jeder neue Fahrer verfügt bereits über einen Busführerschein, der auch in Deutschland anerkannt wird.
Das größte Problem sind die Sprachschwierigkeiten. Kurzfristig wird das in der Praxis per Google-Übersetzer gelöst, bald sollen Sprachkurse folgen.
WG auf dem Firmengelände
Dank der Busfahrer aus Kosovo sind die Dienstpläne wieder gefüllt
Untergebracht werden die Fahrer zunächst in einer Art Wohngemeinschaft auf dem Betriebsgelände. Doch möglichst bald sollen sich alle eigene Wohnungen suchen. Denn auch die ersten Familien der Busfahrer wollen bald nachziehen.
Unsere Quellen:
- Gespräch des Reporters mit den Verkehrsbetrieben Westfalen Süd
- Recherche des Reporters zum Thema Arbeitsmigration