Ukrainische Feuerwehrleute trainieren in Dortmund
02:29 Min.. Verfügbar bis 11.09.2027.
Im Fokus steht das sichere und ferngesteuerte Löschen von Bränden. Eine der Teilnehmerinnen ist Olena Krawtschenko aus Kyjiw. Die 32-Jährige sitzt im sogenannten Leitstand, einem Fahrzeug ausgestattet mit modernster Technik. Mit einer Drohne beobachtet sie das Ausmaß des Feuers, ganz präzise steuert sie wie an einer Spielekonsole den Löschroboter über das Gelände und löscht den Brand.
Lebensrettende Technik für den Kriegsalltag
Olena Krawtschenko ist seit vier Jahren Feuerwehrfrau in der Ukraine.
Die Technik ist für die ukrainischen Rettungskräfte lebenswichtig. "Die Roboter helfen bei der Erkundung in Trümmern, sie können Türen öffnen und das hilft uns unsere Leute vor Gefahren zu schützen. Dann können wir im Schutzraum sitzen und aus diesem Raum die Roboter lenken", erklärt Olena Krawtschenko. Seit vier Jahren ist sie Feuerwehrfrau, vorher war sie Buchhalterin.
Die Rettungsrobotik hilft den ukrainischen Rettungskräften insbesondere nach und während russischer Angriffen und bei anhaltenden Beschüssen. Sie können so aus sicher Distanz agieren. Sie entlasten die Feuerwehr auch bei lang andauernden und komplexen Rettungsaktionen.
Forschung profitiert von Praxiserfahrung
Robert Grafe, Geschäftsführer des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums
Die Erfahrungen aus dem ukrainischen Kriegsalltag kommen wiederum der Forschung in Dortmund zugute. "Man lernt über die Nutzung in der Praxis viel über die Bedarfe. Wo muss es Weiterentwicklung geben, zum Beispiel was Funkverbindung angeht, was Autonomie von Systemen angeht. Das lernt man am besten in der Praxis." Sagt DRZ-Geschäftsführer Robert Grafe. Das Zentrum ist bundesweit einzigartig und arbeitet eng mit Forschung, Industrie und Einsatzkräften zusammen. Hier werden robotische Systeme entwickelt, getestet und für den Einsatz in gefährlichen Szenarien weiterentwickelt.
Zusammenarbeit mit Alpha Robotics in Vechta
Das Training in Dortmund ist ein Teil einer intensiven vierwöchigen Ausbildung. Der Hauptteil findet in Vechta beim Unternehmen Alpha Robotics statt. Der deutsche Technologiepartner stellt Roboter und weitere Ausrüstung bereit und schult die ukrainischen Teilnehmer – teils direkt vor Ort in der Ukraine. Das Programm wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen des DSNS-Roboterprogramms gefördert.
Das Ziel des vierwöchigen Trainings ist es, die Teilnehmer aus der Ukraine zu Ausbildern und Technikexperten zu qualifizieren, damit sie ihr Wissen als Multiplikatoren zurück in die Ukraine tragen können.
Unsere Quellen:
- Robert Grafe, Deutsches Rettungsrobotik-Zentrum e.v.
- Oliver Rasche, Alpha Robotics
- WDR-Autorin vor Ort