Großer Aufwand für Mini-Wald: Tiny Forest in Bochum wird gepflanzt

03:17 Min. Verfügbar bis 15.03.2028

Großer Aufwand für Mini-Wald: In Bochum wird ein Tiny Forest gepflanzt

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Eine Bürgerinitiative in Bochum hat lange für den Mini-Wald gekämpft. Jetzt wird aus einer brachliegenden Fläche ein Mini-Wald.

Von Solveig Bader

Jonas arbeitet sich mit dem Spaten durch die matschige Erde und gräbt ein Loch aus. Darin versenkt der 13-jährige Schüler den Wurzelballen einer jungen Eiche. "Wir kümmern uns um Beete im Schulgarten, aber einen Baum haben wir noch nie gepflanzt", sagt er stolz. Schulklassen des Märkischen Gymnasiums und der Gertrudisschule pflanzen einen Mini-Wald, einen sogenannten Tiny Forest, im Bochumer Stadtteil Wattenscheid. Gärtner und Landschaftsarchitekten helfen ihnen dabei.

Auf Brachfläche wächst Mini-Wald

Der kleine Wald ersetzt das Gelände eines Betriebshofes der Stadt, der mehrere Jahre brach lag. Eine Fläche von knapp 1.500 Quadratmetern, auf der bald heimische Bäume wie Eiche, Ahorn und Vogelbeere gedeihen.

Schüler Jonas (13) engagiert sich auch beim Pflanzen des Miniwaldes.

Schüler Jonas (13) engagiert sich auch beim Pflanzen des Miniwaldes.

Das Besondere: Die Setzlinge für den Tiny Forest werden nach der japanischen Methode des Botanikers Akira Miyawaki gepflanzt. Auf einer kleinen Fläche entsteht ein extrem dichter und artenreicher Wald. Permakulturgestalter Lars Blume leitet die Schüler an: "Wir pflanzen drei Bäume auf nur einem Quadratmeter, durch die natürliche Auslese setzen sich die stärksten durch und wachsen deutlich schneller als bei einem traditionellem Wald."

Bürgerinitiative kämpfte fünf Jahre für das Projekt

Die Bochumerin Özlem Agildere hat das Projekt angestoßen.

Die Bochumerin Özlem Agildere hat das Projekt angestoßen.

Die Idee zu dem Tiny Forest hatte die Bochumerin Özlem Agildere, die mit Nachbarn eine Bürgerinitiative gründete. Anfang 2021 reichten sie ihre Idee bei der Stadtverwaltung ein, der Stadtrat entschied Ende 2021, das Projekt für etwa eine Million Euro umzusetzen. Vier Jahre später rollten dann endlich die Bagger an. "Ich finde toll, dass versiegelter Boden der Erde zurückgegeben wurde. Der Asphalt wurde abgetragen, aufwändig aufgearbeitet, der Mutterboden aufgebracht. Das macht mich schon ganz stolz", sagt Özlem Agildere.

Naherholungsraum und grünes Klassenzimmer

Das Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Bürgern wird große Wirkung haben, das erhoffen sich alle. Für die Anwohner soll es ein ruhiger Naherholungsraum werden, für die Schulen im Umfeld ein grünes Klassenzimmer, in dem die Kinder und Jugendlichen ihre selbst gepflanzten Bäume wachsen sehen.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen und Gespräche der Reporterin bei der Pflanzung des Tiny Forest
  • Stadt Bochum
  • Bürgerinitiative Tiny Forest und Friends

Sendung: WDR.DE, Gemeinschaftsprojekt Tiny Forest in Bochum, 15.03.2026, 15:09 Uhr

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