Kamen: Nachhaltig wohnen durch Heizen mit Eis
Lokalzeit aus Dortmund. 09.07.2025. 03:19 Min.. Verfügbar bis 09.07.2027. WDR. Von Sonja Gerhardt.
Es ist ein großer Kubus, umringt von Balkonen. Das Gebäude mit 30 Wohnungen besteht komplett aus Stahlbeton und Holz. Auf dem Flachdach sind riesige Solarmodule zu sehen. Der modernste Teil der Energieversorgung ist unterirdisch: ein acht Meter breiter und vier Meter tiefer Wassertank, der sogenannte Eisspeicher.
Gefrierendes Eis sorgt für Wärme und Kühlung
Die Technik zur Wandlung von Eis in Energie wurde unterirdisch verbaut
Die Technik des Hauses in Kamen ist hochmodern: Das Gebäude wird durch eine große unterirdische Zisterne beheizt: Im Winter wird das Wasser gefroren. Ein Wärmetauscher entzieht die dabei entstehende Hitze, um dann mit bis zu 80 Grad warmem Wasser die Heizungen zu versorgen. Im Sommer kühlt das tauende Eis dann das Gebäude.
Architekt: "Wie ein Eiswürfel im Cocktailglas"
"Man muss sich das vorstellen wie einen riesigen Eiswürfel in einem Cocktailglas. Dadurch können wir etwa 10.000 Kilowattstunden an Stromenergie pro Jahr einsparen, die wir sonst aus dem öffentlichen Stromnetz beziehen müssten", sagt Martin Kolander. Er ist Architekt bei der Wohnungsbaugesellschaft UKBS des Kreises Unna.
Mieter zahlen eine Art Energie-Flatrate
Mieter des Wohnhauses zahlen eine Art Energie-Flatrate
Rosemarie Gajewski ist mit ihrem Mann aus einem großen Einfamilienhaus in eine 78 Quadratmeter Wohnung mit Balkon gezogen. Sie müssen sich über steigende Energiekosten keine Sorgen machen. Sie zahlen monatlich eine Art Energie-Flatrate: Insgesamt 1100 Euro für Miete, Heizung, Warmwasser und Garagenstellplatz.
Ich finde die Technologie großartig, weil wir mit gutem Gewissen heizen können. betont Ulrich Gajewski
Mehr als 10 Millionen Euro Baukosten
Moderne Energietechnik auf dem Dach des Solarhauses
Das Projekt der kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft sei zwar mit mehr als 10 Millionen Euro Baukosten teuer. Auch weil die aufwendige Technik gewartet werden muss. "Trotzdem ist das Solarhaus ein Erfolg", so der Architekt Kolander.
Unsere Quellen:
- Martin Kolander, Architekt Wohnungsbaugesellschaft UKBS Kreis Unna
- Ehepaar Gajewski, Mieter
- Beobachtungen der WDR-Reporterin