Halbe Tribüne gesperrt: Duisburger Eishockey-Verein bangt um Zukunft
Lokalzeit aus Duisburg . 19.12.2025. 02:36 Min.. Verfügbar bis 19.12.2027. WDR. Von Vanessa Wiebe.
"Die Eissporthalle hat ihren Zenit überschritten", verkündet Geschäftsführer Tom Södler in einem Facebook-Video. Brandschutz, Kälteanlage, Lüftungstechnik - alles schon lange nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die Folge: Der Zuschauerraum muss laut unterer Baubehörde von über 3000 auf 1500 beschränkt werden. Für den Eishockeyclub der Duisburger Füchse "ein Schlag in die Magengrube".
Stadt in der Zwickmühle: 26,4 Millionen Euro Sanierungsstau
Mehr als 2000 Zuschauer sind zwar selten - hauptsächlich bei Heimspielen. Trotzdem werde die Begrenzung wirtschaftliche Folgen haben, so Södler. Das Problem: Der Stadt fehlt Geld. Der Sanierungsstau der Halle beläuft sich mittlerweile auf 26,4 Millionen Euro. Oberbürgermeister Sören Link spricht sich seit Jahren sogar für einen Umbau in eine Multifunktionshalle aus. Die Kosten von knapp 100 Millionen Euro kann die Stadt allerdings nicht tragen. Das ärgert Tom Södler.
"Die Stadt hält ihr Versprechen nicht und bietet auch keinen Lösungsvorschlag an. Das ist ein Armutszeugnis. Wir müssen daher davon ausgehen, dass die aktuelle Saison für uns die letzte in dieser Halle ist." Tom Södler, Geschäftsführer EH Sports GmbH & EISSPORT
Füchse schlagen Zelt-Lösung vor
Eine Übergangslösung bis zur Sanierung oder zum Neubau haben die Füchse der Stadt bereits vorgelegt. Die Idee kommt aus Halle: Dort stand der Eisportverein letztes Jahr vor einem ähnlichen Problem und hat sich mit Zelten und einer mobilen Eissfläche beholfen.
"So etwas würde 2,2 Millionen Euro im Jahr kosten und wir könnten bis zu fünf Jahre dort den Betrieb aufrecht erhalten." Tom Södler, Geschäftsführer EH Sports GmbH & EISSPORT
Diesen Vorschlag muss jetzt die Duisburger Politik diskutieren. Aktuell hofft Tom Södler vor allem auf die Fans. Im Facbook-Video ruft er sie auf, zahlreich zu den anstehenden Spielen zu erscheinen. Als Appell an die Stadt. "Die Füchse geben nicht auf."
Unsere Quellen:
- Werner von Häfen (SPD), Vorsitzender Sportausschuss Duisburg
- Tom Södler, Geschäftsführer EH Sports GmbH & EISSPORT
- Reporterin vor Ort
Sendung: WDR 2, Lokalzeit Rhein/Ruhr, 19.12.2025, 14:30 Uhr