Wer in Duisburg wohnt, wird bald mehr Grundsteuer bezahlen müssen. Das betrifft in erster Linie alle Besitzer von Wohnungen und Häusern - aber am Ende oft auch Mieter, da die Kosten meistens auf die Miete umgelegt werden.
Der Duisburger Rat hat am Dienstag einen einheitlichen und damit für Wohngrundstücke höheren Grundsteuer-Hebesatz beschlossen. SPD, CDU und Junges Duisburg stimmten dafür - Grüne, Linke, FDP und AfD dagegen. Sie kritisierten den Beschluss als sozial ungerecht. Außerdem habe sich die Stadt nicht um Alternativen bemüht.
Es ist nach einer aktuellen Befragung des Bundes der Steuerzahler einer der höchsten in NRW. Die neuen Hebesätze werden in Duisburg rückwirkend ab 1. Januar 2026 gelten.
Abkehr vom Splitting beim Grundsteuer-Hebesatz
Im vergangenen Jahr wollte die Stadt die privaten Hauseigentümer noch entlasten - darum wurde der Grundsteuer-Hebesatz gesplittet: Höher für Gewerbeflächen und Bauland, niedriger für Wohngrundstücke. In Zahlen bedeutet das: 1.469 Prozent für Nichtwohngrundstücke - 886 Prozent für Wohngrundstücke.
Jetzt sollen sich alle halbwegs in der Mitte treffen - bei 1.169 Prozent. Für diese Empfehlung der Stadtverwaltung gibt es zwei Gründe.
Differenzierter Grundsteuer-Hebesatz in Duisburg nicht rechtssicher?
Erstens hat die Stadtverwaltung Angst vor Rechtsstreitigkeiten. In anderen Städten gibt es bereits Probleme wegen der gesplitteten Hebesätze. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat nämlich am 4. Dezember 2025 entschieden, dass die geringeren Hebesätze für Wohngrundstücke gegen den verfassungsrechtlichen Grundsatz der Steuergerechtigkeit verstoßen.
"Dann würden natürlich alle diejenigen Widerspruch einlegen, die jetzt einen höheren Hebesatz bezahlen. Das heißt, wir hätten ungefähr in einer Größenordnung von 50 Millionen Euro Widersprüche." Martin Murrack, Stadtkämmerer Duisburg
Geringere Grundsteuereinnahmen in Duisburg
Zweitens hatte die Stadt mit höheren Einnahmen aus der Grundsteuer gerechnet - orientiert am Jahr 2024. Tatsächlich waren die Einnahmen 2025 aber eingebrochen: Fast zwölf Millionen Euro weniger wurden eingenommen, weil nach der bundesweiten Grundsteuerreform 2025 der Wert vieler Grundstücke in Duisburg geringer festgesetzt wurde, als erwartet. Dieses Geld muss jetzt wieder reinkommen.
"Eigentlich ist es nur eine Umverteilung. Das hilft dem einzelnen natürlich nicht, das weiß ich, und deswegen fällt es auch dem Rat, dem Oberbürgermeister und auch mir sehr schwer diese Entscheidung zu treffen. Aber faktisch nehmen wir mit der Grundsteuerreform, die wir vorhaben, keinen einzigen Euro mehr ein." Martin Murrack, Stadtkämmerer Duisburg
Rat in Duisburg hat heute über den Grundsteuer-Hebesatz entschieden
Gewünscht hätte sich die Stadt, dass schon bei der Grundsteuerreform von der Landesregierung ein anderer Messbetrag für private und gewerbliche Grundstücke beschlossen worden wäre. Dann hätte die Stadt nicht versuchen müssen, das über den Grundsteuer-Hebesatz auszugleichen. In Berlin wird das so praktiziert - und das scheint rechtssicherer zu sein.
Wohnen in Duisburg wird teurer: Rat verabschiedet Grundsteueränderung
WDR Studios NRW. 24.02.2026. 00:41 Min.. Verfügbar bis 24.02.2028. WDR Online.
Unsere Quellen:
- Martin Murrack, Kämmerer Stadt Duisburg
- Bund der Steuerzahler
- Mieterschutzbund Duisburg
- Beobachtungen eines WDR-Reporters bei der Ratssitzung
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 24.02.2026, 17.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg, 24.02.2026, 19:30 Uhr