Nach spektakulärem Schmuck-Diebstahl in Duisburg spricht der Juwelier
02:38 Min.. Verfügbar bis 20.01.2028.
Die Bilder der Überwachungskameras zeigen wie der Einbruch in Ferit Karababas Geschäft abgelaufen ist: Mehrere vermummte Männer fahren mit einem blauen und vermutlich gestohlenem Kleinwagen in die Front des Juweliergeschäfts im Duisburger Einkaufszentrum "Forum". Nachdem das Fahrzeug die Glasfront durchbrochen hat, machen sich die Täter mit Brechstangen und Äxten daran, die Vitrinen zu zerschlagen. Offenbar hat hier jeder seinen Job. Sie packen den Goldschmuck in Plastiktüten und fliehen nach nur wenigen Minuten über einen Notausgang.
Sie kannten die Schwachstelle
Heute treffen wir den Besitzer des Juweliergeschäfts Ferit Karababa. Er ist sich sicher, die Männer haben seinen Laden vorher ausspioniert. Sie wussten offenbar genau, wo die Schwachstelle in der Fassade war. "Mit einem Hammer oder einer Axt wären sie überhaupt nicht in den Laden reingekommen. Die sind genau gegen das Aluminium-Profil gefahren, das dann umgefallen ist", erklärt Karababa.
Schmuck Diebe fahren mit Kleinwagen in Duisburger Juwelier-Geschäft
02:22 Min.. Verfügbar bis 19.01.2028.
Beute rund 800.000 Euro
Nach Aussagen des Besitzers Ferit Karababa erbeuteten die Täter rund 6,5 Kilogramm Gold. Allein der Materialwert betrage 800.000 Euro. Dabei sei der Schaden an dem Geschäft und der Einrichtung noch nicht mit eingerechnet.
"Das waren Profis. Die wussten genau was sie taten." Ferit Karababa, Juwelier
Auch die Polizei hält die Täter nicht für Anfänger. In Duisburg wurde eine Ermittlungskommission gebildet. Man arbeite auf Hochtouren, so ein Polizeisprecher. "Die Ermittler und Ermittlerinnen sammeln sämtliche Puzzleteile und suchen vor allem Zeugen, die die Täter gesehen haben, bevor sie in den Wagen gestiegen sind."
Besitzer Ferit Karababa erklärt dem WDR, warum die Täter ausgerechnet diesen Kleinwagen genommen haben: "Ein größerer Wagen hätte nicht so genau durch die Glasfront gepasst. So mussten sie nur zwei Türen eindrücken. Ein breiterer Wagen hätte durch drei Tür-Elemente gemusst."
Schutzpoller waren unten
Wie die Täter überhaupt in das Einkaufszentrum kommen konnten, ist kurios. Normalerweise sind alle Zugänge zur Innenstadt durch versenkbare Poller versperrt. Gerade tagsüber, wenn hier Leute unterwegs sind, um diese vor einfahrenden Autos zu schützen. In der Nacht sind allerdings alle Poller unten. Laut Stadt weil zu der Zeit keine Gefahr für Besucher bestehe. So kamen die Täter vermutlich mit dem Auto rein.
Das Kennzeichen des Opel Corsa passt übrigens nicht zum Wagen. Eventuell haben die Diebe auch die Nummernschilder gestohlen. Insgesamt ein Fall, der für Aufsehen sorgt. Wer die Täter sind und wie hoch der Schaden wirklich ist, ermittelt weiterhin die Polizei.
Quellen
- Gespräch mit der Polizei Kleve
- Eindrücke und Gespräche WDR Reporter vor Ort
- Gespräch mit Geschäftsinhaber
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 19.01.2026, 16:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 19.01.2026, 19:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 20.01.2026, 18:09 Uhr