Zehn Jahre lang fast durchgehend als Flüchtlingsunterkunft genutzt
Letzte Notunterkunft : Geflüchtete aus Sporthalle Niederkassel ausgezogen
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Mehr als zehn Jahre lang wurde die Dreifachsporthalle im Schulzentrum Süd der Stadt Niederkassel (Rhein-Sieg-Kreis) fast durchgehend als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Jetzt sind die letzten Bewohner ausgezogen. Dennoch bleibt die Halle für den Schul- und Vereinssport vorerst gesperrt.
"Wir müssen erst einmal schauen, was in der Halle nach dieser langen Zeit alles gemacht werden muss", stellt Carsten Walbröhl klar. Der Beigeordnete ist bei der Stadt unter anderem für die Bereiche Kinder, Jugend, Familie sowie Sicherheit und Ordnung verantwortlich.
Vor allem der Zustand des Hallenbodens müsse geprüft werden. Der war in all den Jahren zwar mit einer Auflage geschützt, dennoch könne eine Sanierung nötig werden. Das treffe auch auf die Sanitär- und Küchenbereiche zu.
Die Küchenbereiche und Sanitäranlagen müssen saniert werden.
Was das kostet und wie lange es bis zur Freigabe der Halle für den Schul- und Vereinssport dauert, ist aktuell noch völlig unklar.
Geflüchtete kommen in anderen Einrichtungen unter
Mit dem Auszug der letzten 20 Geflüchteten endet die Geschichte der Dreifachsporthalle als Notunterkunft. Für sie wurden Plätze in anderen Einrichtungen gefunden.
Die letzten 20 Geflüchteten haben ihre Unterkünfte in der Sporthalle verlassen.
Die Halle war die letzte schulische Einrichtung in der gesamten Region Bonn/Rhein-Sieg, die für die Unterbringung von Geflüchteten genutzt wurde. Alle anderen Kommunen haben längst eigene Unterkünfte gebaut.
Sporthalle länger genutzt als ursprünglich geplant
Die hat zwar auch Niederkassel, aber nicht in der Menge, die für die Unterbringung aller Geflüchteten nötig gewesen wäre. Zwar plante die Stadt ursprünglich eine Vergrößerung der Flüchtlingsunterkunft im Ortsteil Ranzel, doch dann bewarb sich Niederkassel beim Land um eine Zentrale Unterbringungseinrichtigung (ZUE).
Der Vorteil für die Stadt: Sämtliche Kosten für Bau, Betrieb, Personal und Sicherheit übernimmt bei diesen Einrichtungen das Land. "Deshalb haben wir unsere eigenen Pläne für den Ausbau der Plätze nicht weiter verfolgt“, erklärt Carsten Walbröhl. Und so wurde die Schul-Sporthalle viel länger genutzt, als in allen anderen Kommunen.
Allerdings sei die Halle zwischendurch auch mal wieder freigegeben worden. Doch dann kamen erst die Pandemie und kurze Zeit später der russische Angriffskrieg auf die Ukraine .
Stadt spart rund 36 Millionen Euro
Zwischenzeitlich stand die ZUE allerdings auf der Kippe. Eine Bürger-Initiative war dagegen. Der Streit endete mit einem Bürgerentscheid. Am 6. Juli gab es knapp 60 Prozent Zustimmung für den Bau der ZUE. Ende vergangenen Jahres wurde der Vertrag mit der Bezirksregierung unterschrieben.
Er hat eine Laufzeit von zehn Jahren und spart der Stadt nach Angaben der Verwaltung rund 36 Millionen Euro. Der Baubeginn ist für 2027 geplant. Jetzt hofft die Stadt, dass die Zahl der Geflüchteten bis zur Fertigstellung der ZUE nicht noch einmal steigt.
Unsere Quellen:
- Stadt Niederkassel
Sendung: wdr.de, Geflüchtete aus Sporthalle Niederkassel ausgezogen, 08.06.2026, 5:02 Uhr