Bürgerentscheid: Weg frei für Geflüchteten-Unterkunft in Niederkassel
Lokalzeit aus Bonn. 07.07.2025. 02:39 Min.. Verfügbar bis 07.07.2027. WDR. Von Sebastian Tittelbach.
In Niederkassel im Rhein-Sieg-Kreis ist der Weg frei für eine Zentrale Unterkunft für rund 350 Geflüchtete. Ein Bürgerentscheid gegen den Bau der Flüchtlingsunterkunft bekam nicht genug Stimmen.
Zwar war die Wahlbeteiligung mit 38 Prozent für einen Bürgerentscheid hoch – doch am Ende stimmten zu wenige Menschen gegen den Bau der Unterkunft.
Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) wird komplett vom Land finanziert, Geflüchtete sollen dort zwischenzeitlich untergebracht werden. Die Stadt müsste diese Geflüchteten sonst auf eigene Kosten unterbringen.
Bürgerentscheid startete im Juni
Der Streit um die große Unterkunft für Geflüchtete in Niederkassel war im Juni in die letzte Runde gegangen - per Bürgerentscheid. Bürger konnten einen Monat lang im Rathaus der Stadt abstimmen.
Darum ging es genau: Das Land NRW will an Stadtrand von Niederkassel eine Unterkunft für Geflüchtete errichten. Bis zu 350 Geflüchtete sollen in einem Containerbau unterkommen. Der Stadtrat hatte bereits zugestimmt. Die Stadt hofft nach eigenen Angaben, pro Jahr mehr als 2,7 Millionen Euro zu sparen. Ohne die vom Land finanzierte Unterkunft wäre man selbst für die Unterbringung geflüchteter Menschen zuständig.
Bürgerinitiative befürchtet Probleme
Eine Bürgerinitiative hatte sich gegen den Bau positioniert. Sie zweifelt die hohe Ersparnis an, kritisiert die Größe des Baukomplexes als "Massenunterbringung". Außerdem befürchtet sie Integrationsprobleme und Schwierigkeiten für die Anwohner. Eine solche Einrichtung wirke "sich nachteilig auf das Stadtbild, das Wohnumfeld und potentielle Investitionen" aus, so die Bürgerinitiative.
Unsere Quellen:
- Bürgerinitiative
- Stadt Niederkassel
- Bezirksregierung Köln