Neue Studie: Rauchen junge Menschen wieder mehr?

Aktuelle Stunde 26.05.2026 30:21 Min. Verfügbar bis 26.05.2028 WDR Von Jochen Hilgers

Gefährlicher Trend bei Jugendlichen Wie schädlich sind Vapes?

Stand:

Während Teenager weniger Alkohol trinken, werden Vapes zunehmend beliebter. E-Zigaretten sind inzwischen das beliebteste Nikotinprodukt unter Jugendlichen. Was macht den Reiz aus und wie gefährlich ist der Konsum?

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Ines Karschöldgen

Knallig bunte Designs und unzählige Geschmacksrichtungen wie Erdbeer-Kiwi oder Blueberry Ice wirken verlockend: Jeder vierte Jugendliche in Deutschland hat schon mal Vapes, auch E-Zigaretten genannt, probiert. 6,7 Prozent der 12- bis 17-Jährigen nutzen regelmäßig Vapes. Vor fünf Jahren lag der Anteil bei 2,9 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung im Auftrag des Bundesdrogenbeauftragten Hendrik Streeck und Johannes Nießen vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit.

Was ist der Unterschied zwischen Vapen und Rauchen?

"Vape" leitet sich vom englischen Wort Vaporizer, also Verdampfer ab. Diese elektronischen Zigaretten enthalten eine Flüssigkeit, Liquid genannt. Darin befinden sich in der Regel das stark süchtig machende Nikotin und verschiedene Aroma- und Geschmacksstoffe. Es gibt auch nikotinfreie Vapes.

Das Liquid wird über ein batteriebetriebenes Heizelement erwärmt, verdampft und über ein Mundstück eingeatmet. Im Gegensatz zu Zigaretten kommen Vapes also ohne Tabakverbrennung aus und stinken weniger. Zudem können sie jederzeit abgesetzt und später weitergedampft werden.

Warum zieht Vapen junge Menschen an?

Vapes gibt es in ganz verschiedenen Designs und Geschmacksrichtungen. Die bunte Verpackung und der süßlich riechende Dampf wirkt auf viele Jugendliche verlockend und weniger gefährlich. Zudem werben viele Influencer auf Social Media für E-Zigaretten.

Das voll auf Jugendliche ausgerichtete Marketing macht auch Bildungs-Influencer Bob Blume Sorgen. Er zeigt sich in seinem Podcast beunruhigt über das Vapen, denn die Konsumenten werden offenbar immer jünger.

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Er findet es bedenklich, dass Vapen scheinbar harmlos daherkomme, aber alles andere als ungefährlich ist. Die Langzeitfolgen seien kaum erforscht, das Suchtpotenzial hoch.

Sind Vapes gefährlich?

Das Dampfen einer E-Zigarette gilt als weniger schädlich als eine herkömmliche Tabakzigarette. Doch Vapen ist keineswegs ungefährlich. Gesundheitliche Risiken können aus dem im Liquid enthaltenen Nikotin, aber auch aus Verneblungs-, Wirk- und Zusatzstoffen, möglichen Verunreinigungen, durch Hitze und Dampf von E-Zigaretten entstehen.

Einweg E-Zigaretten

Über langfristige gesundheitliche Folgen ist derzeit noch wenig bekannt, denn Vape-Produkte werden erst seit 2010 zunehmend konsumiert. Eine Studie der University of New South Wales in Sydney geht davon aus, dass nikotinhaltige E-Zigaretten wahrscheinlich auch Mund- und Lungenkrebs verursachen.

Auch nikotinfreie Liquids seien nicht unbedenklich. Sie bestehen ebenfalls aus Verneblungs-, Geschmack- und Aromastoffen, die gesundheitliche Risiken wie bei Liquids mit Nikotin bergen. Die Inhaltsstoffe des Dampfs können das Herzkreislaufsystem schädigen. Außerdem können beim Erhitzen krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd und Acetaldehyd sowie zelltoxisches Acrolein entstehen.

Machen Vapes süchtig?

Besonders bei nikotinhaltigen Vapes ist die Suchtgefahr groß: Laut Bundesinstitut für Risikobewertung lässt ein einziger Zug die Nikotinkonzentration im Gehirn innerhalb von rund 27 Sekunden auf 50 Prozent des Maximums ansteigen - also ähnlich schnell wie bei herkömmlichen Zigaretten. Die rasche Aufnahme verstärkt die Belohnungswirkung und kann die Entwicklung einer Abhängigkeit begünstigen.

Wie kann ich rauchfrei werden?

Eine Frau pustet den Rauch einer Vape aus

Hilfe gibt es bei Krankenkassen, in Kursen, Telefonberatungen und online wie auf Seiten wie "Rauchfrei". Ein schneller Check vorab ist der Fagerström-Test - ein weltweit anerkanntes Verfahren, um die Stärke der Abhängigkeit zu messen.

Motivieren kann auch ein Ersparnisrechner: Der rechnet aus, wie viel Geld man seit dem Rauchstop schon gespart hat. Sicher ist, wer rauchfrei wird, macht das beste Investment - in die eigene Gesundheit.

Jugendliche rauchen deutlich mehr

WDR 26.05.2026 00:58 Min. Verfügbar bis 25.05.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Bundesinstitut für Risikobewertung
  • Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit
  • Studie von Bernhard Stewart von der University of New South Wales, Sydney, Australien

Sendung: WDR.de, Jugendliche rauchen deutlich mehr, 26.05.2026, 10:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 26.05.2026, 18:45 Uhr

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